GH Teil 2, 8/15, 1935-1936

vorlesen
Inhalt Teil 7 Teil 8 Teil 9

 

 

 

Hochrangige Persönlichkeiten loben Hitler

Im September 1937 erschien ein Aufsatz vom baldigen Kriegspremier Winston Churchill im britischen „Evening Standard“. Dieser war bereits 1935 im Strand-Magazine erschienen und hier nun gekürzt abgedruckt. Darin schrieb Churchill:

„Man mag Hitlers System nicht mögen, doch trotzdem seine patriotischen Leistungen bewundern. Wenn unser Land besiegt werden würde, würde ich hoffen, daß wir einen so unzähmbaren Kämpfer für die Wiederherstellung unseres Selbstvertrauens finden, der uns zurückführt an unseren Platz unter den Nationen.“ 1)

Etliche weitere hochrangige Persönlichkeiten sprachen sich für die Sache der Nationalsozialisten aus, versicherten Hitler bis 1940 ihre Rückendeckung, z.B. auch Winston Churchills Sohn Randolph Churchill, der ein Anhänger der englischen Faschisten unter Owald Mosley war. Das erinnert an die Verständnis und Friedensbekundungen, die Österreich- Ungarn und Deutschland kurz vor dem Ersten Weltkrieg aus dem britischen Außenministerium erhielten. Wieder dachte die deutsche Regierung lange Zeit, England wäre nicht zu einem Krieg bereit. Vor dem Zweiten Weltkrieg wirkte so manches warme Wort aus England geradezu wie eine Unterstützung für den Einmarsch in Polen. Erst ab dem Machtantritt des Round-Table-Manns Churchill am 10. Mai 1940 drehte der Wind wieder klar in eine antideutsche Richtung und die Kriegspropagandamaschinerie begann erneut auf Hochtouren zu laufen. Es scheint, als wäre der Kontinent zum wiederholten Mal von Großbritannien bzw. den finanzstarken Hintermännern aus der Wallstreet bewußt in einen Krieg manövriert worden.

Winston Churchills Aufsatz im STRAND-MAGAZINE vom November 1935

Winston Churchill, hat sich schon frühzeitig mit dem Phänomen Hitler beschäftigt. Aus dem nachfolgenden Text ergibt sich eindeutig, daß er auch das Buch „Mein Kampf“ bereits gelesen hatte, als im November 1935 sein berühmter Aufsatz: „THE TRUTH ABOUT HITLER“ (Die Wahrheit über Hitler) in der Zeitschrift THE STRAND MAGAZINE erschien. Diese Veröffentlichung führte zu einer diplomatischen Verstimmung zwischen Deutschland und Großbritannien. Knapp zwei Jahre später wurde dieser Aufsatz in leicht gekürzter Form im Churchills Buch GREAT CONTEMPORARIES (deutsch: Bedeutende Zeitgenossen) erneut veröffentlich. Nachfolgend die kompletten Passagen mit den zugehörigen Illustrationen. Die Abweichungen zur späteren Veröffentlichung sind im Text hervorgehoben.

Zweifellos ist der Autor zum damaligen Zeitpunkt von Hitler fasziniert, insbesondere sein Aufstieg vom Weltkriegsgefreiten und arbeitslosen Kunstmaler (Churchill spricht fälschlicherweise vom Unteroffizier (Corporal) und Housepainter (Anstreicher)). Wörtlich:

„Corporal Hitler was fighting his long, wearing battle for the German heart. The story of that struggle cannot be read without admiration for the courage, the single- mindedness, and the personal force which enabled him to challenge, defy, overcome, or conciliate all the authorities or resist­ances which barred his path.“

„Der Gefreite Hitler kämpfte seinen langen, zermürbenden Kampf um das deutsche Herz. Die Geschichte dieses Kampfes kann nicht ohne Bewunderung für den Mut, die Zielstrebigkeit und die persönliche Kraft gelesen werden, die ihn befähigten, alle Autoritäten oder Widerstände, die ihm den Weg versperrten, herauszufordern, zu trotzen, zu überwinden oder zu beschwichtigen.“

Die Gegensätze können kaum größer sein: Churchill entstammte altem Adel, nämlich den Herzögen von Marlborough, bereits sein Vater war Minister, er selbst vor dem ersten Weltkrieg bereits Gast des Kaisers und englischer Marineminister. Hitler war dagegen ein Niemand

DIE WAHRHEIT ÜBER HITLER (1937 umbenannt in HITLER UND SEINE WAHL)

Der nachfolgende Text von Winston Churchill ist wortgleich erschienen im STRAND-MAGAZINE vom November 1935 unter dem Titel: „The truth about Hitler“ als auch in dem Buch vom August 1937 Great Comtemporaries unter dem Titel „Hitler and his choice“. Der letzte, besonders markierte Abschnitt über den sogenannten Röhmputsch (30.06.1934) fehlt im dem Buch. Die Abschnitte, die in der späteren Veröffentlichung GREAT COMTEMPORARIES fehlen, sind in blauer Farbe unterlegt.

– Beginn der Übersetzung –

Es ist nicht möglich, sich ein gerechtes Urteil über eine öffentliche Figur zu bilden, die die enormen Dimensionen von Adolf Hitler erreicht hat, bis sein Lebenswerk als Ganzes vor uns liegt. Obwohl keine spätere politische Aktion falsche Taten entschuldigen oder die Schuld des Blutes beseitigen kann, ist die Geschichte voll von Beispielen von Männern, die zur Macht aufgestiegen sind, indem sie strenge, grimmige, böse und sogar schreckliche Methoden angewandt haben, die aber dennoch, wenn ihr Leben als Ganzes enthüllt wird, als große Figuren angesehen wurden, deren Leben die Geschichte der Menschheit bereichert hat. So mag es auch mit Hitler sein.

Ein solches endgültiges Urteil ist uns heute nicht vergönnt. Wir können nicht sagen, ob Hitler der Mann sein wird, der noch einmal einen Krieg auf die Welt losläßt, in dem die Zivilisation unwiederbringlich untergeht, oder ob er als der Mann in die Geschichte eingehen wird, der der großen germanischen Nation Ehre und Seelenfrieden zurückgab und sie heiter, hilfsbereit und stark in den europäischen Familienkreis zurückbrachte.

An diesem Geheimnis der Zukunft wird die Geschichte Hitler entweder zu einem Ungeheuer oder zu einem Helden erklären. Es ist dies, was bestimmen wird, ob er in Walhalla mit Perikles, mit Augustus und mit Washington rangieren wird, oder im Inferno der menschlichen Verachtung mit Attila und Tamerlane schwelgen wird. Es genügt zu sagen, daß beide Möglichkeiten zum gegenwärtigen Zeitpunkt offen sind. Wenn wir, weil die Geschichte unvollendet ist, weil ihre verhängnisvollsten Kapitel noch geschrieben werden müssen, gezwungen sind, uns mit der dunklen Seite seines Werkes und seines Glaubens zu befassen, dürfen wir nie vergessen und nie aufhören, auf die helle Alternative zu hoffen.

Adolf Hitler war das Kind der Wut und des Leids eines mächtigen Reiches und einer mächtigen Rasse, die eine überwältigende Niederlage im Krieg erlitten hatten. Er war es, der den Geist der Verzweiflung aus dem deutschen Geist austrieb, indem er ihn durch den nicht weniger unheilvollen, aber weit weniger morbiden Geist der Rache ersetzte. Als die furchtbaren deutschen Armeen, die halb Europa in ihrer Gewalt hatten, an allen Fronten zurückschlugen und Waffenstillstand mit denen suchten, auf deren Boden sie selbst dann noch als Eindringlinge standen; als der Stolz und die Willenskraft des preußischen Volkes hinter den Kampflinien in Kapitulation und Revolution brachen; als jene kaiserliche Regierung, die mehr als fünfzig furchtbare Monate lang der Schrecken fast aller Nationen gewesen war, schmachvoll zusammenbrach und ihre treuen Untertanen schutzlos und entwaffnet vor dem Zorn der schwer verwundeten siegreichen Alliierten zurückließ; da machte sich ein österreichischer Gefreiter, ein ehemaliger Hausmaler, auf, alles wiederzugewinnen.

In den fünfzehn Jahren, die diesem Entschluß folgten, ist es ihm gelungen, Deutschland in die mächtigste Position in Europa zurückzubringen, und er hat nicht nur die Position seines Landes wiederhergestellt, sondern er hat sogar, zu einem sehr großen Teil, die Ergebnisse des Großen Krieges umgekehrt. Sir John Simon, als Außenminister, sagte in Berlin, daß er keinen Unterschied zwischen Siegern und Besiegten mache. Solche Unterscheidungen gibt es in der Tat noch, aber die Besiegten sind dabei, zu Siegern zu werden und die Sieger zu Besiegten. Als Hitler anfing, lag Deutschland zu Füßen der Alliierten auf dem Boden. Er wird vielleicht noch den Tag erleben, an dem das, was von Europa übrig ist, Deutschland zu Füßen liegen wird. Was auch immer man sonst über diese Heldentaten denken mag, sie gehören sicher zu den bemerkenswertesten in der ganzen Weltgeschichte. 1)

Hitlers Erfolg, und in der Tat, sein Überleben als politische Kraft, wäre nicht möglich gewesen, aber für die Lethargie und Torheit der französischen und britischen Regierungen seit dem Krieg, und vor allem in den letzten drei Jahren. Es wurde kein aufrichtiger Versuch unternommen, sich mit den verschiedenen gemäßigten Regierungen Deutschlands, die auf einem parlamentarischen System beruhten, zu arrangieren. Lange Zeit verfolgten die Franzosen die absurde Illusion, sie könnten den Deutschen riesige Entschädigungen abpressen, um sie für die Verwüstungen des Krieges zu entschädigen.

Nicht nur von den Franzosen, sondern auch von den Briten wurden Zahlen für Reparationszahlungen angenommen, die in keiner Beziehung zu irgendeinem existierenden oder jemals denkbaren Prozeß des Transfers von Reichtum von einer Gemeinschaft zur anderen standen. Um die Unterwerfung unter diese sinnlosen Forderungen zu erzwingen, besetzten französische Armeen 1923 tatsächlich das Ruhrgebiet wieder. Um auch nur ein Zehntel des ursprünglich Geforderten zurückzubekommen, überwachte ein interalliiertes Gremium unter dem Vorsitz eines fähigen Amerikaners mehrere Jahre lang die inneren Finanzen Deutschlands und erneuerte und verewigte damit die äußerste Verbitterung in den Köpfen der besiegten Nation. Obwohl die Alliierten den Deutschen Vermögenswerte im Wert von etwa einer Milliarde Pfund abnahmen, liehen die Vereinigten Staaten und in geringerem Maße Großbritannien Deutschland gleichzeitig über zwei Milliarden Pfund mehr, als es gezahlt hatte. Doch während die Alliierten ihren Reichtum nach Deutschland schütteten, um es aufzubauen und sein Leben und seine Industrie wiederzubeleben, waren die einzigen Ergebnisse ein wachsender Groll und der Verlust ihres Geldes. Selbst während Deutschland durch die Kredite, die ihm gewährt wurden, große Vorteile erhielt, gewann Hitlers Bewegung jede Woche an Leben und Kraft durch die Irritation über die Einmischung der Alliierten.

Ich habe immer die Doktrin aufgestellt, daß die Beseitigung der Beschwerden der Besiegten der Entwaffnung der Sieger vorausgehen sollte. Es wurde wenig getan, um die Mißstände der Verträge von Versailles und Trianon zu beseitigen. Hitler konnte in seinem Feldzug immer wieder auf eine Reihe kleinerer Anomalien und rassischer Ungerechtigkeiten in den territorialen Regelungen Europas hinweisen, die das Feuer, von dem er lebte, nährten.

Gleichzeitig drängten die englischen Pazifisten, unterstützt aus sicherer Entfernung durch ihre amerikanischen Vorbilder, den Prozeß der Abrüstung in den Vordergrund.

Jahr für Jahr erforschte die Abrüstungskommission, ohne die geringste Rücksicht auf die Realitäten der Welt, in zahllosen Schemata die Reduzierung der Rüstungen der Alliierten, von denen keines von irgendeinem Land mit Ausnahme Großbritanniens mit Ernsthaftigkeit verfolgt wurde. Die Vereinigten Staaten predigten zwar Abrüstung, machten aber weiterhin enorme Entwicklungen in ihrer Armee, Marine und Luftwaffe. Frankreich, ohne die versprochene Garantie der Vereinigten Staaten und konfrontiert mit dem allmählichen Wiederaufleben Deutschlands mit seiner enormen militärischen Bevölkerung, weigerte sich natürlich, seine Verteidigungsanlagen unter den Gefahrenpunkt zu senken. Italien erhöhte aus anderen Gründen seine Rüstung. Nur England reduzierte seine Verteidigungsanlagen zu Lande und zu Wasser weit unter die Sicherheitsgrenze und schien sich der neuen Gefahr, die sich in der Luft entwickelte, nicht bewußt zu sein.  2)

Inzwischen begannen die Deutschen, hauptsächlich unter der Regierung Brüning, ihre großen Pläne zur Wiedererlangung ihrer bewaffneten Macht. Diese wurden auf allen Kanälen vorangetrieben. Der Luftsport und die kommerzielle Luftfahrt wurden zu einem bloßen Deckmantel, hinter dem sich eine ungeheure Organisation für die Zwecke des Luftkrieges über jeden Teil Deutschlands ausbreitete. Der durch den Vertrag verbotene deutsche Generalstab wuchs unter dem Deckmantel der staatlichen Lenkung der Industrie von Jahr zu Jahr zu einer ungeheuren Größe an. Alle Fabriken Deutschlands wurden in unglaublicher Ausführlichkeit darauf vorbereitet, auf Kriegsproduktion umgestellt zu werden.

Diese Vorbereitungen waren den Geheimdiensten sowohl Frankreichs als auch Großbritanniens bekannt, obwohl sie eifrig verheimlicht wurden. Aber nirgendwo in einer dieser Regierungen gab es die Befehlsgewalt, Deutschland entweder zum Stillstand zu bringen oder eine Revision der Verträge anzustreben. Der erstere Weg wäre jedenfalls bis Ende 1931 ziemlich sicher und einfach gewesen, aber zu dieser Zeit begnügten sich Mr. MacDonald und seine Kollegen noch damit, hochtrabende Platitüden über die Segnungen des Friedens zu äußern und den Beifall wohlmeinender, aber schlecht informierter Mehrheiten auf unserer ganzen Insel zu gewinnen, und noch 1932 wurde der größte Druck auf Frankreich ausgeübt, seine bewaffnete Stärke zu reduzieren, während die Franzosen gleichzeitig wußten, daß in allen Teilen Deutschlands immense Vorbereitungen im Gange waren. Ich erklärte und entlarvte die Torheiten dieses Vorgangs wiederholt und detailliert im Unterhaus, aber niemand schenkte dem die geringste Aufmerksamkeit. Das einzige, was schließlich aus den Abrüstungskonferenzen hervorging, war die Wiederbewaffnung Deutschlands.

Während all diese gewaltigen Umwälzungen in Europa stattfanden, kämpfte der Gefreite Hitler seinen langen, zermürbenden Kampf um das deutsche Herz. Die Geschichte dieses Kampfes kann nicht ohne Bewunderung für den Mut, die Zielstrebigkeit und die persönliche Kraft gelesen werden, die ihn befähigten, alle Autoritäten oder Widerstände, die ihm den Weg versperrten, herauszufordern, zu trotzen, zu überwinden oder zu beschwichtigen. Er und die immer größer werdenden Legionen, die mit ihm zusammenarbeiteten, zeigten in dieser Zeit in ihrem patriotischen Eifer und ihrer Vaterlandsliebe, daß es nichts gab, was sie nicht tun oder wagen wollten, kein Opfer an Leib, Leben oder Freiheit, das sie nicht selbst bringen oder ihren Gegnern auferlegen wollten.

Hier ist nicht der Ort, um diese Geschichte zu erzählen. Die Hauptepisoden sind wohlbekannt. Die aufrührerischen Versammlungen, die blutige Fusillade in München, Hitlers Verhaftung, seine verschiedenen Verhaftungen und Prozesse, sein Konflikt mit Hindenburg, sein Wahlkampf, von Papens Versetzung, Hitlers Eroberung Hindenburgs, Hindenburgs Desertion von Brüning – all das waren die Meilensteine auf jenem unbeugsamen Marsch, der den österreichischen Gefreiten zum Lebensdiktat der gesamten deutschen Nation von fast siebzig Millionen Seelen trug, die die fleißigste, fähigste, kämpferischste, militaristischste und ressentimentgeladenste Rasse der Welt darstellt.

Hitler gelangte an der Spitze einer nationalsozialistischen Bewegung zur höchsten Macht in Deutschland, die alle Staaten und alten Königreiche Deutschlands auslöschte und zu einem Ganzen verschmolz. Gleichzeitig unterdrückte und vernichtete der Nazidom mit Gewalt, wo immer es nötig war, alle anderen Parteien im Staat. 3)

In diesem Augenblick stellte er fest, daß die geheime Organisation der deutschen Industrie und Luftfahrt, die der deutsche Generalstab und später die Regierung Brüning aufgebaut hatte, tatsächlich absolut einsatzbereit war.

Bislang hatte niemand diesen Schritt gewagt. Die Angst, daß die Alliierten eingreifen und alles im Keim ersticken würden, hatte sie zurückgehalten. Aber Hitler war durch Gewalt und Leidenschaft aufgestiegen; er war von Männern umgeben, die ebenso rücksichtslos waren wie er. Es ist wahrscheinlich, daß er, als er die bestehende verfassungsmäßige Regierung Deutschlands stürzte, nicht wußte, wie weit sie den Boden für seine Aktion vorbereitet hatte, sicherlich hat er ihnen nie die Gerechtigkeit widerfahren lassen, ihren Beitrag zu seinem Erfolg anzuerkennen. Er hat sogar den patriotischen Brüning unter Morddrohung von deutschem Boden vertrieben.

Tatsache ist, daß er und Göring nur das Signal für den gigantischsten Prozeß der geheimen Aufrüstung zu geben brauchten, der je stattgefunden hat. Er hatte lange verkündet, daß er, wenn er an die Macht käme, zwei Dinge tun würde, die niemand außer ihm selbst für Deutschland tun könnte. Erstens würde er Deutschland wieder auf den Höhepunkt seiner Macht in Europa bringen, und zweitens würde er die grausame Arbeitslosigkeit heilen, die das Volk plagte.

Seine Methoden sind nun offensichtlich. Deutschland sollte seinen Platz in Europa durch die Wiederbewaffnung zurückerobern, und die Deutschen sollten weitgehend vom Fluch der Arbeitslosigkeit befreit werden, indem sie für die Rüstung und andere militärische Vorbereitungen arbeiten sollten. So wurde ab 1933 die gesamte verfügbare Energie Deutschlands auf die Kriegsvorbereitungen gerichtet, nicht nur in den Fabriken, in den Kasernen und auf den Flugplätzen, sondern auch in den Schulen, den Hochschulen und fast im Kinderzimmer, mit allen Mitteln der Staatsmacht und der modernen Propaganda; und die Vorbereitung und Erziehung des ganzen Volkes zur Kriegsbereitschaft wurde in Angriff genommen.

Erst 1935 brach der volle Schrecken dieser Enthüllung über die unvorsichtige und unbedachte Welt herein, und Hitler warf die Verheimlichung beiseite und sprang bis an die Zähne bewaffnet vorwärts, wobei seine Munitionsfabriken Tag und Nacht brüllten, seine Flugzeugstaffeln sich in unaufhörlicher Folge bildeten, seine U-Boot-Besatzungen in der Ostsee übten und seine bewaffneten Heerscharen auf den Kasernenplätzen von einem Ende des weiten Reiches zum anderen trampelten. An diesem Punkt stehen wir heute, und die Leistung, durch die der Spieß umgedreht wurde gegen die selbstgefälligen, leichtsinnigen und blinden Sieger, verdient es, als ein Wunder in der Weltgeschichte bezeichnet zu werden, und zwar als ein Wunder, das untrennbar mit der persönlichen Anstrengung und dem Lebenswillen eines einzigen Mannes verbunden ist.

Es ist sicher nicht verwunderlich, daß jeder „die Wahrheit über Hitler“ wissen will. Was wird er mit den ungeheuren Kräften tun, die bereits in seinem Griff sind und sich Woche für Woche vervollkommnen? Wenn wir, wie gesagt, nur die Vergangenheit betrachten, die alles ist, woran wir uns orientieren können, müssen wir in der Tat beunruhigt sein. Bis jetzt wurde Hitlers triumphale Karriere nicht nur von einer leidenschaftlichen Liebe zu Deutschland getragen, sondern von Strömen des Hasses, die so intensiv waren, daß sie die Seelen derer versengten, die auf ihnen schwammen. 4)

Der Haß auf die Franzosen ist die erste dieser Strömungen, und wir müssen nur Herrn Hitlers Buch „Mein Kampf“ lesen, um zu sehen, daß die Franzosen nicht die einzige fremde Nation sind, gegen die sich der Zorn des wiederbewaffneten Deutschlands richten kann.

Aber die inneren Spannungen sind noch auffälliger. Die Juden, von denen man annimmt, daß sie durch einen illoyalen und pazifistischen Einfluß zum Zusammenbruch Deutschlands am Ende des Großen Krieges beigetragen haben, galten auch als die Hauptstütze des Kommunismus und die Autoren von defätistischen Doktrinen in jeder Form. Deshalb sollten die Juden Deutschlands, eine Gemeinschaft von vielen Hunderttausenden, entmachtet, aus allen Positionen des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens vertrieben, aus den Berufen ausgeschlossen, in der Presse zum Schweigen gebracht und zu einer üblen und abscheulichen Rasse erklärt werden.

Das zwanzigste Jahrhundert hat mit Erstaunen erlebt, daß diese grausamen Doktrinen nicht nur verkündet, sondern mit brutaler Kraft von der Regierung und der Bevölkerung durchgesetzt wurden. Keine früheren Verdienste, kein bewiesener Patriotismus, nicht einmal im Krieg erlittene Wunden konnten Personen Immunität verschaffen, deren einziges Verbrechen darin bestand, daß ihre Eltern sie auf die Welt gebracht hatten. Jede Art von Verfolgung, ob schwerwiegend oder geringfügig, von den weltberühmten Wissenschaftlern, Schriftstellern und Komponisten an der Spitze bis zu den elenden kleinen jüdischen Kindern in den nationalen Schulen, wurde praktiziert, wurde verherrlicht und wird immer noch praktiziert und verherrlicht.

Ein ähnliches Verbot fiel auf Sozialisten und Kommunisten jeder Couleur. Die Gewerkschaftler und die liberale Intelligenz sind gleichermaßen betroffen. Die geringste Kritik ist ein Vergehen gegen den Staat. Die Gerichte, obwohl sie in gewöhnlichen Fällen funktionieren dürfen, werden für jede Art von politischem Vergehen durch sogenannte Volksgerichte ersetzt, die aus glühenden Nazis bestehen. Neben den Übungsplätzen der neuen Armeen und den großen Flugplätzen durchziehen die Konzentrationslager den deutschen Boden. In diesen werden Tausende von Deutschen gezwungen und eingeschüchtert, sich der unwiderstehlichen Macht des totalitären Staates zu unterwerfen.

Der Judenhaß führte in einem logischen Übergang zu einem Angriff auf die historischen Grundlagen des Christentums. So weitete sich der Konflikt rasch aus, und katholische Priester und protestantische Pastoren gerieten unter den Bann dessen, was zur neuen Religion der deutschen Völker wird, nämlich die Anbetung Deutschlands unter den Symbolen der alten Götter des nordischen Heidentums. Hier stehen wir auch heute noch.

Was für ein Mensch ist diese grimmige Gestalt, die diese großartigen Taten vollbracht und diese furchtbaren Übel ausgelöst hat? Teilt er noch die Leidenschaften, die er hervorgerufen hat? Fühlt er sich im vollen Sonnenlicht des weltlichen Erfolges, an der Spitze der großen Nation, die er aus dem Staub auferweckt hat, immer noch von dem Haß und den Feindseligkeiten seines verzweifelten Kampfes gequält: oder werden sie wie die Rüstung und die grausamen Waffen des Kampfes unter den mildernden Einflüssen des Erfolges abgelegt werden? Offensichtlich eine brennende Frage für Menschen aller Nationen! Diejenigen, die Herrn Hitler von Angesicht zu Angesicht in öffentlichen Geschäften oder auf gesellschaftlicher Ebene begegnet sind, haben einen hochkompetenten, kühlen, gut informierten Funktionär mit einem angenehmen Auftreten und einem entwaffnenden Lächeln vorgefunden, und nur wenige wurden von einer subtilen persönlichen Anziehungskraft nicht beeinflußt. Dieser Eindruck ist auch nicht nur der Blendwirkung der Macht geschuldet. Er übte sie auf seine Weggefährten in jeder Phase seines Kampfes aus, selbst als sein Glück in den tiefsten Tiefen lag. So lebt die Welt von der Hoffnung, daß das Schlimmste vorbei ist und daß wir Hitler noch in einem glücklicheren Zeitalter als sanftere Gestalt erleben werden. 5)

Inzwischen hält er Reden an die Nationen, die von Offenheit und Mäßigung geprägt sind. In letzter Zeit hat er viele Worte der Beruhigung angeboten, eifrig geschleckt von denen, die so tragisch falsch über Deutschland in der Vergangenheit gewesen sind. Nur die Zeit kann es zeigen, aber in der Zwischenzeit drehen sich die großen Räder; die Gewehre, die Kanonen, die Panzer, die Schrot und Granaten, die Luftbomben, die Giftgasflaschen, die Flugzeuge, die Unterseeboote und jetzt die Anfänge einer Flotte fließen in immer breiter werdenden Strömen aus den bereits weitgehend kriegsmobilisierten Arsenalen und Fabriken Deutschlands.

In den Annalen des neuen, triumphierenden Deutschlands gibt es einen reißerischen Jahrestag. Es ist der 30. Juni. In dieser Nacht des vergangenen Jahres wurden in Deutschland viele hundert Männer und einige Frauen ohne Gesetz, ohne Anklage, ohne Prozeß hingerichtet. Diese Personen repräsentierten viele Spielarten des Lebens und Denkens in Deutschland. Es gab Nazis und Anti-Nazis. Es gab Generäle und Kommunisten; es gab Juden, Protestanten und Katholiken. Einige waren reich und einige waren arm; einige waren jung und einige waren alt; einige waren berühmt und einige waren bescheiden. Aber alle hatten eines gemeinsam, nämlich, daß sie als unangenehm oder hinderlich für das Hitler-Regime galten. Deshalb wurden sie ausgelöscht.

Bewaffnete Polizisten fingen sie auf der Straße ein, erschossen sie in ihren Betten, erschossen die Ehefrau, die sich vor ihren Mann warf, schleppten alle möglichen Leute zu den verschiedenen Zielen – töteten einige auf dem Weg – schickten andere zu den Erschießungskommandos am Stadtrand von Berlin. Die unheimlichen Salven folgten einander den ganzen Vormittag, Nachmittag und die Nacht hindurch. Die Verwandten, die es wagten, sich nach dem vermißten Vater, Bruder oder Sohn zu erkundigen, erhielten nach längerer Zeit eine kleine Urne mit kremierter Asche.

Die Weltgeschichte ist voll von grausigen, schmutzigen Episoden dieser Art, von den Schlächtereien des alten Roms und den zahllosen Massakern, die die Geschichte Asiens befleckt haben, bis hin zu den Ausdünstungen der Zulu- und Hottentotten-Hexendoktoren. Aber in all ihren Höhen und Tiefen ist die Menschheit immer mit Entsetzen vor solchen Ereignissen zurückgeschreckt; und jede Aufzeichnung, die vorgab, die einer zivilisierten Rasse zu sein, hat ihre Abscheu vor ihnen verkündet.

Adolf Hitler hat die volle Verantwortung auf sich genommen. Es ist wahr, daß er erklärte, daß noch viel mehr Menschen ermordet wurden – ich nenne das Abschlachten eines Menschen in Frieden ohne Prozeß Mord -, die nicht auf seiner Liste standen. Eifrige Leutnants, so wird uns versichert, füllten die Lücken, manchmal mit öffentlichen, manchmal mit ihren eigenen privaten Feinden; und einige von ihnen wurden selbst hingerichtet, weil sie über das Ziel hinausgeschossen waren. Was für eine Grenze!

Aber das Erstaunliche ist, daß das große deutsche Volk, das gebildete, wissenschaftliche, philosophische, romantische, das Volk des Weihnachtsbaums, das Volk von Goethe und Schiller, von Bach und Beethoven, Heine, Leibnitz, Kant und hundert anderen großen Namen, dieses schreckliche Blutbad nicht nur nicht übel genommen, sondern es gebilligt und seinen Urheber mit den Ehren nicht nur eines Souveräns, sondern fast eines Gottes bejubelt hat. Hier ist die schreckliche Tatsache, vor der das, was von der europäischen Zivilisation übrig geblieben ist, sein Haupt in Scham und, was noch praktischer ist, in Furcht verneigen muß.

Können wir wirklich glauben, daß eine Hierarchie und Gesellschaft, die auf solchen Taten aufgebaut ist, mit dem Besitz der gewaltigsten militärischen Maschinerie betraut werden kann, die je unter Menschen geplant wurde? Können wir glauben, daß die Welt durch solche Kräfte „die Freude, den Frieden und die Herrlichkeit der Menschheit“ wiedererlangen kann? Die Antwort, wenn es eine Antwort gibt, die nicht das erschreckendste Negativum ist, ist in diesem Geheimnis namens HITLER enthalten. 6)

 

– Ende der Übersetzung –

Übersetzung aus dem englischen Original mit deepl.com

 

Der Grund, warum Churchill später das letzte Kapitel über das Gemetzel vom 30. Juni 1934 weggelassen hat, ist unbekannt und rein spekulativ. Als der Artikel zum ersten Mal veröffentlicht wurde, verursachte er eine gewisse Verlegenheit in den Beziehungen zwischen Deutschland und Großbritannien.

Quellen:

  1. org, Did Churchill Ever Admire Hitler?, Finest Hour 156, Autumn 2012
  2. The Truth about Hitler: Churchills famous Article in STRAND MAGAZINE Nov 1935 S. 10-11
  3. Ebenda S 12-13
  4. Ebenda S. 14-15
  5. Ebenda S. 16-17
  6. Ebenda S. 18-19

 

 

Lloyd George preist Hitler als „George Washington Deutschlands“

Der frühere britische Premierminister David Lloyd George besuchte Hitler auf dem Obersalzberg (Hitlers Zweitresidenz) und schrieb dann: „Es gibt zum ersten Mal seit dem Krieg ein allgemeines Sicherheitsgefühl. Die Menschen sind fröhlicher. Es gibt ein größeres Gefühl allgemeiner Fröhlichkeit Es ist ein glücklicheres Deutschland. Ich habe es überall gesehen und Engländer, die ich während meiner Reise getroffen habe und die Deutschland gut kannten, waren sehr beeindruckt von der Veränderung. Die Idee eines Deutschlands, das Europa mit einer Bedrohung einschüchtert, die seine unwiderstehliche Armee könnte Der Marsch über die Grenzen gehört nicht zu (Hitlers) neuer Vision.“

Nach seinem Besuch schilderte er seine Eindrücke im „Daily Express“ mit den Worten:

„Erstmals seit dem Krieg ist ein allgemeines Gefühl der Sicherheit festzustellen. Die Menschen sind glücklicher, und im ganzen Land kann man eine gesteigerte Lebensfreude feststellen. … Ein Mann hat dieses Wunder vollbracht … Hitler ist Deutschlands George Washington.“

Quelle: Jenes, Themas (1951), Lloyd George, Harvard University Press

Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Theme BCF von aThemeArt – stolz präsentiert von WordPress.
NACH OBEN