GH 2, 14/15 – Die letzte Woche vor dem Krieg – 2

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Inhalt Teil 13 Teil 14 Teil 15

 

 

 

 

Sonntag 27. August 1939 – Fünf Tage vor dem Kriegsausbruch.

In London berät das Kabinett über Hitlers ersten, in sechs Punkten formulierten Vorschlag. Im Mittelpunkt der Überlegungen steht, daß der für gestern erwartete Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Polen ausgeblieben ist. Man sieht darin ein Zurückweichen Hitlers vor der eigenen Politik der Unnachgiebigkeit1), statt es als Entgegenkommen zu bewerten. Sobald Dahlerus in London eintrifft, wird er hinzugezogen. Die Herren prüfen Hitlers Offerte Punkt für Punkt. Dann wird vereinbart, daß der schwedische Vermittler an Stelle Hendersons mit der englischen Antwort nach Berlin zu Hitler fliegt, dessen Reaktion darauf sofort nach London übermittelt, damit die Londoner Regierung dann erneut beraten kann. Und es wird beschlossen, daß Henderson erst morgen mit der dann endgültigen und offiziellen Antwort des Kabinetts nach Deutschland folgt. Dieser Modus wird telefonisch von Hitler akzeptiert und Dahlerus fliegt nach Deutschland, wo er sofort von Göring in Empfang genommen wird. Es ist inzwischen wieder später Abend.

Göring hält die Antwort aus London für nicht in allen Punkten günstig und besteht darauf, sie Hitler alleine vorzutragen und ihm unter vier Augen vom Nutzen der Reaktion aus London zu überzeugen. Die Antwort bezieht sich strikt auf Hitlers Punkte.2) Sie lautet zu Punkt 1, daß England grundsätzlich bereit ist, einen Vertrag mit Deutschland zu schließen, der eine friedliche Entwicklung auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet sichert. In Bezug auf Punkt 2, die Bitte bei der Wiedergewinnung von Danzig und dem Korridor zu helfen, steht die englische Regierung einer Lösung der Frage wohlwollend gegenüber und empfiehlt, hierfür direkte Verhandlungen zwischen Berlin und Warschau. Zu Punkt 3, der deutschen Garantie der zukünftigen Grenzen Polens, besteht die britische Regierung darauf, daß Polens zukünftige Grenzen nicht allein von Deutschland, sondern auch von Rußland, Italien, Frankreich und Großbritannien garantiert werden müssen. Zu Punkt 4, den ausreichenden Garantien für die deutsche Minderheit in Polen, akzeptiert die englische Regierung Deutschlands Forderung und empfiehlt, diese Frage ebenfalls durch direkte Verhandlungen mit Polen zu lösen. Den in Punkt 5 erhobenen deutschen Anspruch auf die spätere Rückgabe der früheren deutschen Kolonien oder auf Ersatz lehnt die englische Regierung zunächst ab, stellt aber spätere Verhandlungen dazu in Aussicht. Das Angebot in Punkt 6, das britische Weltreich im Bedarfsfall militärisch zu unterstützen, wird gleichfalls abgelehnt.

Görings Zweifel an Hitlers positiver Reaktion sind nicht ganz unberechtigt. Schließlich trifft der Vorschlag, die Danzig- und Korridor-Sache deutsch-polnisch zu verhandeln, den wunden Punkt der deutschen Position. Außenminister Beck in Warschau ist in der Danzig-Transitfrage seit Oktober vorigen Jahres nicht einen Schritt auf Deutschland zugegangen. Die britischen und französischen Garantien und Versprechen vom März und Mai und von vor zwei Tagen haben Beck bestärkt, davon nicht abzugehen. Auch der Vorschlag, in der Minderheitenfrage zu verhandeln ist ein Hohn. Polen hat die im Versailler Vertrag unterzeichneten Minderheitenschutzbestimmungen gekündigt und die zwei Minderheitenschutzverträge mit dem Deutschen Reich im eigenen Land nie durchgesetzt. Was sollte die Polen jetzt beflügeln, sich in Bezug auf Danzig, den Korridor und die Minderheiten umzustellen? Göring will versuchen, Hitler mit dieser Antwort der englischen Regierung vom Einmarsch in Polen abzubringen. Als er sich mit der von Dahlerus überbrachten Chamberlain-Antwort beim „Führer“ meldet, ist es fast Mitternacht.

Der Dahlerus-Versuch, die Katastrophe zu verhindern, ist nicht der einzige an diesem Tag. Am Nachmittag erscheint der Kabinettschef des Außenministers Joseph Beck, Graf Michal-Tomasz Łubieński, in Berlin und sucht den Vorsitzenden der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, Dr. Kleist, auf, einen Beamten im Auswärtigen Amt. Łubieński gelingt es, Dr. Kleist zu überzeugen, daß sein Chef in Warschau nicht mehr „Herr des Verfahrens“ ist, und daß die seit Monaten in einen Kriegsrausch versetzte polnische Bevölkerung derzeit keinen Kompromiß zu Danzig dulden werde. Beck, so Graf Łubieński, sehe die Lage Polens durchaus realistisch, doch er brauche Zeit, bis sich die Verhältnisse in Polen abgekühlt und normalisiert hätten.3) Dr. Kleist vermittelt diese Sicht der Dinge sofort an von Ribbentrop, der sich damit noch am gleichen Tag bei Hitler meldet. Es ist schon ein kleines Wunder, daß sich von Ribbentrop, der sonst nicht gerade mäßigend auf Hitler Einfluß nimmt, hier zum Fürsprecher seines polnischen Kollegen macht. Doch auch dieser kleine Hoffnungsfunke für den Frieden verglimmt ganz schnell angesichts der Auswirkungen, die W gerade diese in Polen angefachte Stimmung gegenüber Deutschland hat. Nach von Ribbentrops kurzem Vortrag entgegnet Hitler:

„Wie ich Herrn Henderson schon gesagt habe, glaube ich gern, daß Beck und Lipski voller guter Absichten sind. Aber sie sind nicht mehr Herr der Lage. Sie sind Gefangene einer öffentlichen Meinung, die durch Übersteigerung ihrer eigenen Propaganda und die Prahlereien der Militärs zur Weißglut gebracht worden ist. Selbst wenn sie verhandeln wollten, wären sie nicht in der Lage dazu. Das ist der eigentliche Kern der Tragödie. Sehen Sie!“ 4)

Hitler reicht von Ribbentrop ein Telegramm, das auf seinem Schreibtisch liegt:

24. August, 13:15 Uhr, Verkehrsflugzeug ‚Lufthansa D-ABHF‘ 15 bis 20 Km Entfernung vor Küste Hela in 1500 m Flughöhe durch polnische Flak von etwa 40 km von Küste liegendem polnischen Schiff beschossen. Sprengwolken von acht Schüssen von Maschine beobachtet. 25. August, 12:47 Uhr, Verkehrsflugzeug ‚Lufthansa D-AHIH‘ 20 km Entfernung von Heisternest durch polnische Flak beschossen. Schüsse so nahe, daß Detonationen im Flugzeug laut gehört wurden. Unter Fluggästen Staatssekretär Stuckart. … 25. August, 14:18 und 15:25 Uhr, Wasserflugzeug der Kriegsmarine Pillau auf Höhe von Brösen in weiter Entfernung von Küste beschossen, zweites Mal mit sechs Schuß. Schüsse entweder von Heia oder vom polnischen Schiff abgegeben.“

Hitler bemerkt zu den drei Meldungen:

Wenn wir die Warschauer Regierung auffordern, sie solle sich bei uns entschuldigen, wird sie uns wie gewöhnlich antworten, sie träfe keine Schuld. Das ist reine Anarchie. Was soll man da machen?“

Von Ribbentrops einziger überlieferter Versuch, Hitler zu bewegen, der polnischen Regierung mehr Zeit zu lassen, ist damit kein Erfolg beschieden.

Am gleichen Tag liegt in London der nächste Bericht aus Warschau vor. Botschafter Kennard teilt mit, wie er die Dinge sieht:

„Soweit ich das beurteilen kann, sind die deutschen Behauptungen über die massenhaften Mißhandlungen an Angehörigen der deutschen Minderheit in Polen grobe Übertreibungen, wenn nicht sogar Fälschungen. … Jedenfalls handelt es sich dabei schlicht und einfach um deutsche Provokationen im Zusammenhang mit einer Politik, die die zwei Nationen gegeneinander aufgebracht hat. Ich nehme an, daß dies geschieht, um (a) Kriegsstimmung in Deutschland zu entfachen, (b) die öffentliche Meinung im Ausland zu beeindrucken und (c) entweder Niedergeschlagenheit oder offensichtliche Aggressionen in Polen zu provozieren. …Es gibt keine Anzeichen, daß die zivilen Behörden die Kontrolle über Zustände in Polen verloren haben. …“ 5)

Quellen

  1. Paul Rassinier, „Die Jahrhundertprovokation“, Seite 284
  2. Die folgende englische Antwort ist entnommen aus Birger Dahlerus, „Der letzte Versuch, London-Berlin Sommer 1939“, Seite 78 f.
  3. Jacques Benoist-Méchin, „Auf dem Weg zur Macht 1925-1939, Geschichte der deutschen Militärmacht 1918-1946“, Band 7, Seiten 433 ff
  4. Ebenda
  5. British War Bluebook, Document 55

 

Berlin glaubt, die Tür sei offen für eine friedliche Lösung

In einem Schreiben an den französischen Ministerpräsidenten Edouard Daladier betonte Hitler, daß das Deutsche Reich keine kriegerischen Absichten gegenüber Frankreich verfolge und wies wiederholt auf die Verbrechen der Polen an Deutschen hin, die nunmehr nach jahrelangen, vergeblichen Bemühungen beendet werden müßten. Dabei stellte er die Frage, wie wohl Frankreich reagiert hätte, wenn ihm das selbe widerfahren wäre wie Deutschland:

„Darf ich mir nun die Frage erlauben, Herr Daladier, wie würden Sie als Franzose handeln, wenn durch irgendeinen unglücklichen Ausgang eines tapferen Kampfes eine Ihrer Provinzen durch einen von einer fremden Macht besetzten Korridor abgetrennt würde, eine große Stadt – sagen wir Marseille – verhindert würde, sich zu Frankreich zu bekennen und die in diesem Gebiete lebenden Franzosen nun verfolgt, geschlagen, mißhandelt, ja bestialisch ermordet würden? Sie sind Franzose, Herr Daladier, und ich weiß daher, wie Sie handeln würden.“ 1)

Zudem verlangte Hitler eine Beendigung der „untragbarsten Bestimmungen“ des Versailler Vertrags. Diese Forderung war auch von nahezu allen seinen Vorgängern gestellt worden. Schon der nationalliberale Reichskanzler Gustav Stresemann, der 1926 den Friedensnobelpreis erhalten hatte, hatte auf die Zurückgewinnung Danzigs und des polnischen Korridors gedrängt.

„Es gibt nur eine Sünde, die gegen die ganze Menschheit mit allen ihren Geschlechtern begangen werden kann, und dies ist die Verfälschung der Geschichte.“

Friedrich Hebbel, deutscher Lyriker und Dramatiker

Hitlers aufrichtiger Friedensbrief an den französischen Präsidenten

Die Schlagzeilen der Hitler-hassenden Zeitungen Großbritanniens und Amerikas bestätigten, daß es die Alliierten waren, die Deutschland „einen langen Krieg“ erklärten, während Hitler weiterhin für Frieden und Ruhe plädierte.

Die Schlagzeile der Hitler-hassenden New York Times vom 28. August 1939 bestätigte, daß Hitler versuchte, einen Krieg mit Großbritannien und Frankreich zu vermeiden. Unten finden Sie den Text des nachdenklichen und logischen Briefes, den Hitler an den französischen Präsidenten Edouard Daladier schrieb – einen Brief, den die Times auf ihrer Titelseite veröffentlicht hat und den sie jetzt nicht leugnen kann.

„Mein lieber Ministerpräsident:

Ich verstehe die Bedenken, denen Sie Ausdruck verleihen. Auch ich habe nie die schwerwiegende Verantwortung übersehen, die denjenigen auferlegt wird, die für das Schicksal der Nationen verantwortlich sind. Als alter Frontkämpfer kenne ich wie Sie die Schrecken des Krieges. Geleitet von dieser Haltung und Erfahrung habe ich versucht, alle Angelegenheiten zu beseitigen, die zu Konflikten zwischen unseren beiden Völkern führen könnten.
Ich habe dem französischen Volk ganz offen gesagt zugesichert, daß die Rückkehr der Saar die Voraussetzung dafür sein würde. Nach seiner Rückkehr habe ich sofort und feierlich meinen Verzicht auf weitere Ansprüche ausgesprochen, die Frankreich betreffen könnten. Das deutsche Volk hat meines Erachtens dem zugestimmt.“

Anmerkung: Nach dem Versailler Nachkriegsvertrag sollte die Saarregion 15 Jahre lang gemeinsam vom Vereinigten Königreich und Frankreich besetzt werden. Die Kohleproduktion der Saar wurde von Frankreich kontrolliert. 1935 wurde ein Referendum zugelassen, und die Bevölkerung der Saarregion (die an Frankreich grenzt) stimmte mit einem Vorsprung von 91% für die Rückkehr nach Deutschland.

Wie Sie bei Ihrem letzten Besuch hier selbst beurteilen konnten, hat das deutsche Volk in Kenntnis seines eigenen Verhaltens keine schlechten Gefühle, geschweige denn Haß, gegenüber seinem einst mutigen Gegner. Im Gegenteil, die Befriedung unserer Westgrenze führte zu einer zunehmenden Sympathie. Sicherlich für das deutsche Volk eine Sympathie, die sich bei vielen Gelegenheiten wirklich demonstrativ zeigte.“

Anmerkung: Dies ist 100% wahr. In den dreißiger Jahren findet man weder in der deutschen Presse noch unter dem glücklichen deutschen Volk einen Ausdruck der Feindseligkeit gegenüber Frankreich oder England. Dies ist bemerkenswert angesichts dessen, was der wehrlosen Nation nach dem Ersten Weltkrieg angetan wurde (Gebietsverluste, haushohe Reparationszahlungen, Hungerblockade, Besetzung, Diebstahl von Ressourcen usw.).
Nach vielen Jahren der Demütigung und des Leidens hatte das deutsche Volk unter Hitler Glück erlangt. Das Letzte, was sie oder ihre Regierung wollten, war ein weiterer zerstörerischer Krieg gegen Frankreich und England.

Der Bau der westlichen Befestigungsanlagen, die gleichzeitig viele Millionen (von Mark) verschluckten und noch schlucken, war für Deutschland ein Beleg der Annahme und Festlegung der letzten Reichsgrenzen. Dabei hat das deutsche Volk auf zwei Provinzen verzichtet, die einst dem Deutschen Reich gehörten, später auf Kosten von viel Blut wieder erobert und schließlich mit noch mehr Blut verteidigt wurden.
Ich glaubte, daß durch diesen Verzicht und diese Haltung jede denkbare Konfliktquelle zwischen unseren beiden Völkern, die zu einer Wiederholung der Tragödie von 1914-1918 führen könnte, beseitigt worden war.“

Anmerkung: Hitler macht hier einen sehr logischen Punkt. Wenn jemand einen teuren Zaun entlang einer bestimmten Linie auf seinem Grundstück baut, sagt uns der gesunde Menschenverstand, daß er diese Linie als seine Grundstücksgrenze und alles auf der anderen Seite als die seines Nachbarn akzeptiert hat. Indem Hitler an einem bestimmten Ort Millionen Mark für Grenzbefestigungen ausgab, wurde Hitlers verbaler Verzicht auf zusätzliches Territorium auch durch tatsächliche Taten unterstützt.
Um mögliche Spannungen zwischen Frankreich und Deutschland abzubauen, verzichtete Hitler auf jeglichen Anspruch auf die gestohlenen Provinzen Elsaß-Lothringen und baute die deutschen Verteidigungsanlagen hinter der Region.

Diese freiwillige Einschränkung des deutschen Lebensanspruchs im Westen kann jedoch nicht als Akzeptanz aller anderen Phasen des Versailler Diktats interpretiert werden. Ich habe wirklich Jahr für Jahr versucht, zumindest die unmöglichsten und unerträglichsten Bestimmungen dieses Diktats durch Verhandlungen zu überarbeiten. Das war unmöglich.
In diesem Sinne habe ich versucht, die irrationalsten Bestimmungen des Versailler Diktats aus der Welt zu entfernen. Ich habe der polnischen Regierung ein Angebot gemacht, das das deutsche Volk schockierte. Niemand außer mir konnte es wagen, mit einem solchen Angebot in die Öffentlichkeit zu gehen. Es konnte daher nur einmal gemacht werden.“

Anmerkung: Der Mann sagt die Wahrheit – schon wieder! In ihrer Ausgabe vom 2. September wird die New York Times die Einzelheiten des großzügigen Angebots Deutschlands an das aggressive Polen zusammenfassen. Hitler bot unter anderem an, Polen eine 1,6 km breite Autobahn durch deutsches Gebiet zu geben, damit es immer Zugang zur Ostsee habe. Polens Antwort war, den Mißbrauch von Deutschen zu verstärken, die aufgrund des Landraubes nach dem Ersten Weltkrieg in Polen gestrandet waren.
Westpreußen wurde mit vorgehaltener Waffe unter Androhung von Hunger gestohlen, nachdem Deutschland im Ersten Weltkrieg getäuscht und zur bedingungslosen Kapitulation verraten worden war. Der lächerliche Danziger Korridor übergab die Region dem neu geschaffenen Staat Polen und schnitt Ostpreußen vom Rest des Reiches ab . Im Korridor und in der „freien Stadt“ Danzig gefangene Deutsche (heute Danzig, Polen) wurden schrecklich mißbraucht und das Selbstbestimmungsrecht verweigert.

Ich bin zutiefst davon überzeugt, daß, wenn vor allem England damals, statt eine wilde Kampagne gegen Deutschland in der Presse zu starten und statt Gerüchte über eine deutsche Mobilmachung in die Welt zu setzen, die Polen irgendwie zur Vernunft gebracht hätte, Europa heute und seit fünfundzwanzig Jahren einen Zustand tiefsten Friedens genießen könnte.
Die polnische öffentliche Meinung war von einer Lüge über die deutsche Aggression begeistert. Klare Entscheidungen, die die Situation erforderte, wurden der polnischen Regierung schwer gemacht. Vor allem die Fähigkeit der Regierung, die Grenzen realistischer Möglichkeiten zu erkennen, wurde durch das folgende Garantieversprechen beeinträchtigt.“

Anmerkung: Hitler war nicht der einzige, der die britische Presse des Kriegstreibens beschuldigte. Unter anderem machte Lord Beaverbrook, der größte Zeitungsmann in England, dieselbe Beobachtung in zwei privaten Briefen von 1938 schrieb er: „In England gibt es 20.000 deutsche Juden – in Berufen, die Forschung betreiben. Sie alle arbeiten gegen eine Annäherung an Deutschland. “ In einem nachfolgenden Brief fügte Beaverbrook hinzu: „Die Juden haben hier großen Einfluß in der Presse. Ich bin erschüttert. Die Juden könnten uns in den Krieg treiben. “ Der Medienmogul Beaverbrook schrieb privat, was er – trotz seiner eigenen Macht und seines Einflusses – nicht öffentlich zu sagen wagte.

Die polnische Regierung lehnte die Vorschläge ab. Die polnische Öffentlichkeit, überzeugt, daß England und Frankreich nun für Polen kämpfen würden, begann Forderungen zu stellen, die man vielleicht als lächerlichen Wahnsinn bezeichnen könnte, wenn sie nicht so ungeheuer gefährlich wären. Nun begann in den vom Reich abgetretenen Gebieten ein unerträglicher Terror, eine physische und wirtschaftliche Verfolgung der Deutschen, obwohl sie mehr als anderthalb Millionen zählten.“

Anmerkung: Was die Unterstützung Polens und die Ermutigung zum Kampf gegen Deutschland angeht, so kann Hitler wiederum durch eine unabhängige Quelle bestätigt werden. Von Graf Jerzey Potocki, dem polnischen Botschafter in den Vereinigten Staaten, privat geschrieben im Jahr 1934: „Vor allem ist die Propaganda hier ganz in jüdischer Hand. Wenn man die Unwissenheit der Öffentlichkeit bedenkt, ist ihre Propaganda so wirksam, daß die Menschen keine wirkliche Kenntnis von der wahren Lage der Dinge in Europa haben … Präsident Roosevelt wurde die Macht gegeben, … riesige Reserven an Rüstungsgütern für einen zukünftigen Krieg zu schaffen, auf den die Juden absichtlich zusteuern.“

Von den Grausamkeiten, die sich ereigneten, will ich nicht sprechen. Es genügt zu sagen, daß auch Danzig durch fortwährende aggressive Handlungen polnischer Beamter in zunehmendem Maße bewußt gemacht wurde, daß es anscheinend der Selbstherrlichkeit einer dem nationalen Charakter der Stadt und ihrer Bevölkerung fremden Macht ausgeliefert war.“

Anmerkung: Es ist wieder wahr! Als die polnische Regierung „wegschaute“, wurden die Deutschen von bolschewistischen Terrorbanden extrem mißhandelt. Das Massaker vom 3. September 1939 in Bromberg, das Propagandahistoriker zu mildern versucht haben, aber nicht leugnen können, gibt einen klaren Hinweis auf den böswilligen und neidischen Haß gegen unschuldige Deutsche. In Bromberg wurden bis zu 3.000 Deutsche, darunter Frauen und Kinder, gefesselt, gefoltert, geschlagen, verstümmelt, geschlachtet oder erschossen – und es war nicht das erste Mal, daß solche Ereignisse im Korridor stattfanden.

In Polen gestrandete Deutsche wurden routinemäßig von bolschewistischen jüdischen Partisanen und polnischen Ultranationalisten mißhandelt und sogar geschlachtet.

„Darf ich mir nun erlauben, Ihnen, Herr Daladier, eine Frage zu stellen: Wie würden Sie sich als Franzose verhalten, wenn durch einen unglücklichen Ausgang eines tapferen Kampfes eine Ihrer Provinzen durch einen von einer fremden Macht besetzten Korridor abgetrennt würde? Und wenn eine große Stadt – sagen wir Marseille – daran gehindert würde, zu Frankreich zu gehören, und wenn Franzosen, die in diesem Gebiet leben, verfolgt, geschlagen und auf bestialische Weise mißhandelt, ja ermordet würden?
Sie sind Franzose, Herr Daladier, und ich weiß daher, wie Sie handeln würden. Ich bin Deutscher, Herr Daladier. Zweifeln Sie nicht an meinem Ehrgefühl und meinem Pflichtbewußtsein, genau wie Sie zu handeln. Wenn Sie also das Unglück hätten, das das unsere ist, würden Sie dann, Herr Daladier, verstehen, daß Deutschland ohne Grund darauf besteht, daß der Korridor durch Frankreich bestehen bleibt, daß das geraubte Gebiet nicht zurückgegeben werden darf und daß die Rückgabe von Marseille verboten ist?“

Anmerkung: Die Logik von Hitlers Frage an Daladier ist unmöglich zu widerlegen, weshalb Propagandahistoriker die Existenz des Danziger Korridors, sowie die Mißhandlungen und Morde, die in ihm stattfanden, aus den Geschichtsbüchern und aus den TV-Documentaries heraus redigiert haben.

Sicherlich kann ich mir nicht vorstellen, Herr Daladier, daß Deutschland aus diesem Grund gegen Sie kämpfen würde. Denn ich und wir alle, haben auf Elsaß-Lothringen verzichtet, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Noch viel weniger würden wir Blut vergießen, um eine Ungerechtigkeit aufrechtzuerhalten, die für Sie so unerträglich wäre, wie sie für uns unerheblich wäre.
Möglicherweise können wir uns als alte Frontkämpfer in einigen Bereichen am besten verstehen. Ich bitte Sie aber, auch dies zu verstehen: Daß es für eine Nation der Ehre unmöglich ist, auf den Anspruch von fast zwei Millionen Menschen zu verzichten, die an den eigenen Grenzen geschunden werden. Ich habe deshalb eine klare Forderung an Polen gestellt. Danzig und der Korridor müssen an Deutschland zurückgegeben werden.
Ich sehe keine Möglichkeit, Polen, das sich als unangreifbar fühlt, jetzt, wo es den Schutz Ihrer Garantien genießt, zu einer friedlichen Lösung zu bewegen. Sollten unsere beiden Länder aus diesem Grunde dazu bestimmt sein, sich wieder auf dem Schlachtfeld zu treffen, so würde doch ein Unterschied in den Motiven bestehen. Ich, Herr Daladier, werde mein Volk in einem Kampf führen, um ein Unrecht zu berichtigen, während die anderen kämpfen würden, um dieses Unrecht zu bewahren.
Das ist um so tragischer, als viele wichtige Männer, auch aus dem eigenen Volk, den Irrsinn der damals (in Versailles) gefundenen Lösungen ebenso erkannt haben wie die Möglichkeit, sie dauerhaft aufrechtzuerhalten.
Daß unsere beiden Völker in einen neuen, blutigen Vernichtungskrieg eintreten, ist nicht nur für Sie, sondern auch für mich, Herr Daladier, schmerzlich. Wie schon bemerkt, sehe ich keine Möglichkeit, unsererseits auf Polen in Richtung der Vernunft Einfluß zu nehmen, um eine für das deutsche Volk und das Deutsche Reich unerträgliche Situation zu korrigieren.

Adolf Hitler“

Anmerkung

Fast 7 Jahre nach Hitlers Herrschaft, zu einer Zeit, als Europa noch in Frieden lebte und die Juden in Hitler-Deutschland gut lebten und gediehen, stieß Hitlers logischer, durchdachter und wahrheitsgemäßer Versuch, die Katastrophe abzuwenden, auf taube Ohren. Weder die Franzosen noch die Briten versuchten überhaupt, Hitlers Behauptungen zu widerlegen. Statt dessen, genau wie moderne „Hofhistoriker“, ignorierten sie einfach die unwiderlegbaren Punkte, die Hitler zum Ausdruck brachte; und plapperten dann weiter über „die Rechte Polens“.

Inzwischen war der kriegstreiberische Druck auf den französischen Präsidenten Daladier und den britischen Premierminister Chamberlain zu groß, um sich zurückzuhalten. So ermutigt, erlaubte die militaristische und ultranationalistische Regierung Polens den Ultranationalisten und jüdisch-bolschewistischen Partisanen, ihre Grenzprovokationen gegen Deutschland eskalieren zu lassen. Dies gipfelte im deutschen Gegenangriff gegen Polen am 1. September 1939, gefolgt von der Befreiung des Korridors und Danzigs.

Großbritannien und Frankreich erklärten Deutschland den Krieg, machten aber keinen Finger krumm, um Polen zu helfen. Sie wurden als „Dummköpfe“ abgestempelt. Polen wurde bald von den Alliierten aufgegeben, als Stalins Sowjetunion von Osten her in Polen einfiel. Während die Alliierten weiterhin Hitlers Bitten um Frieden ignorierten, verbrachten sie die nächsten acht Monate damit, Manöver in Skandinavien zu planen und eine massive mechanisierte Kampftruppe in Nordfrankreich aufzustellen, in Erwartung einer Invasion Deutschlands über das „neutrale“ Belgien und Holland irgendwann im Frühjahr 1940. 2)

 

Quellen:

  1. Max Domarus: Hitler. Reden und Proklamationen von 1932-1945. Kommentiert von einem deutschen Zeitgenossen. Würzburg 1962/63. S.1329
  2. https://www.realhistorychan.com/hitlers-peace-letter-to-french-president.html

 

 

Montag, der 28. August – Vier Tage vor dem Kriegsausbruch.

Frühmorgens 1:30 Uhr: Göring kommt von Hitler zurück und hat mit der Dahlerus-Botschaft Erfolg gehabt. Hitler hat wider Görings anfängliche Befürchtungen Englands Standpunkt respektiert. Göring berichtet trotz der Schlafenszeit sofort Dahlerus über Hitlers Kommentare zur aus London überbrachten Antwort.

„Mit Freude“, so Marschall Göring „begrüße Hitler Englands Wunsch, mit Deutschland zu einer friedlichen Abmachung zu gelangen. Der Reichskanzler würde größten Wert darauf legen, ein wirkliches Bündnis zwischen Großbritannien und Deutschland zustande zu bringen und nicht nur einen Vertrag. Hitler respektiere Englands Entschluß, seine Garantie für Polen aufrechtzuerhalten und ebenso die englische Forderung nach internationaler Garantie der polnischen Grenzen durch die fünf Großmächte. Er akzeptiere auch den englischen Vorschlag, die Fragen Korridor und Danzig endgültig durch direkte Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen zu regeln. Hitler habe weiter den Vorschlag der englischen Regierung gebilligt, die Entscheidung über die Kolonien bis zur allgemeinen Demobilisierung und Normalisierung der Lage zu vertagen. Er habe auch seiner Überzeugung Ausdruck gegeben, daß die Engländer bei den damit zusammenhängenden Verhandlungen ihr Bestes tun würden, um eine befriedigende Lösung herbeizuführen.“ 1)

Der Friede scheint gerettet. Immerhin gibt Hitler mit seiner Reaktion zwei Dinge zu erkennen. Zum einen will er, der Beck seit dem 5. Januar immer wieder zu Gesprächen über Danzig und die Transitwege eingeladen hat, noch einmal warten. Was noch bemerkenswerter ist, ist zweitens, sein Einverständnis zu einer Garantie der Grenzen Polens durch England, Frankreich, Italien und die Sowjetunion. Dies Einverständnis läßt darauf schließen, daß sein Interesse an der Eroberung des Nachbarlandes Polen relativ gering ist. Falls er trotzdem eine Annexion in den letzten Monaten in Erwägung gezogen haben sollte, ist er jetzt jedenfalls bereit, Polens Existenz auf Dauer zu achten, wenn er dafür die Freundschaft Großbritanniens gewinnen kann.

Dahlerus beeilt sich, die Reaktionen Hitlers und Görings so schnell wie möglich mit Hilfe der englischen Botschaft in Berlin nach London durchzugeben. Er hebt dabei hervor, daß Großbritannien nun Polen überzeugen muß, daß es sofort beginnt, mit Deutschland zu verhandeln. Dahlerus übermittelt außerdem, daß es äußerst wichtig ist, daß die offizielle Antwort, die Henderson später überbringen soll, erwähnt, daß England sich verpflichtet, die polnische Regierung zu Verhandlungen mit Deutschland zu bewegen.2) Gegen Mittag begibt sich Dahlerus noch einmal zu Feldmarschall Göring, der sich inzwischen in sein mobiles Hauptquartier westlich von Potsdam begeben hat. Der Schwede lernt dort die Luftwaffengenerale Milch, Jeschonnek, Udet, Bodenschatz und Staatssekretär Körner kennen, die offensichtlich uni sono die Auffassung vertreten, daß ein Krieg vermieden werden müsse.3)

In London wird derweilen die offizielle Antwort der britischen Regierung auf Hitlers Sechs-Punkte-Angebot zu Ende formuliert. Um 14:00 Uhr geht ein Telegramm von Lord Halifax an den englischen Botschafter in Warschau Kennard mit dem Auftrag, sofort beim polnischen Außenminister nachzufragen, ob sich die polnische Regierung zu direkten Verhandlungen mit der deutschen bereit erklärt.4) Im Telegramm steckt ein Schachzug Londons, der unweigerlich zum Kriege führt. Minister Halifax betont in diesem Auftrag an Botschafter Kennard als erstes, daß man in London genau zwischen der Methode der empfohlenen Verhandlung und den Zielen der Verhandlung unterscheide. Man werde die Andeutung der Verhandlungsbereitschaft von polnischer Seite nicht als Zustimmung zu Hitlers Forderungen in irgendeiner Weise mißverstehen. Die Verhandlungen hätten nach den Grundsätzen der Wahrung der wesentlichen Interessen Polens und der Gespräche „auf gleicher Augenhöhe“ zu geschehen. Großbritannien stehe weiter hinter Polen.

Das Telegramm enthält nicht ein einziges Wort zu Danzig und nicht den geringsten Hinweis an die Adresse Warschaus, den Deutschen ein Stück des Weges entgegenzukommen. Die verklausulierte Botschaft lautet, daß die englische Regierung die polnische Verhandlungsbereitschaft nicht als ein Nachgeben in der Danzig-Frage mißverstehen werde und daß Warschau das auch nicht tun sollte. Man erwarte, daß Polen verhandele und nicht mehr. Nach dieser Botschaft kann man in London sicher sein, daß Warschau in Bezug auf Danzig mauert.

Um 16:00 Uhr trifft die Antwort aus Warschau im Foreign Office ein:

„Außenminister Beck ist äußerst dankbar für die vorgeschlagene Antwort an Hitler und ermächtigt seiner Majestät Regierung, die deutsche Regierung zu informieren, daß Polen bereit ist, sofort in direkte Verhandlungen mit dem Reich einzutreten“ 5)

Um 17:00 Uhr tritt Botschafter Henderson mit der Antwort im Gepäck den Rückflug nach Berlin an. Um 22:30 Uhr wird er in der Reichskanzlei protokollarisch mit den Ehren empfangen, die sonst nur Staatsoberhäuptern vorbehalten sind. So groß ist Hitlers Wille, die Bedeutung zu unterstreichen, die er der deutsch-britischen Annäherung beimißt.6) Ehe Henderson das Antwortschreiben Chamberlains überreicht, tauschen sich die beiden Männer aus.7) Der Botschafter betont die Bündnistreue Englands zu Polen und erklärt:

„Das englische Volk und besonders Mister Chamberlain wünschten eine Verständigung mit Deutschland, brauchten allerdings bei der Durchführung dieser Absicht die Mitwirkung Deutschlands, das versuchen müßte, sich mit den Polen auf friedlichem Wege zu einigen.“

Hitler entgegnet:

daß er durchaus bereit gewesen sei, die schwebenden Fragen mit der Polnischen Regierung auf einer sehr vernünftigen Grundlage zu regeln. … Jetzt hätten sich die Dinge aber soweit zugespitzt, daß täglich neue Zwischenfälle und neue Gewalttaten gegenüber den Volksdeutschen geschähen. … Für ihn bestehe die Wahl seiner Möglichkeiten jetzt darin, die Rechte des deutschen Volkes zu verteidigen oder um den Preis einer Einigung mit England aufzugeben. Das sei für ihn keine Wahl, sondern er habe die Pflicht, für die Rechte des deutschen Volkes einzutreten.“

Nach etwa einstündigem Gespräch wird Henderson von Hitler mit der Zusicherung entlassen, er werde die Botschaft Chamberlains sorgfältig studieren und morgen schriftlich Antwort geben. Die erste Durchsicht des Briefes aus London stellt Hitler offensichtlich zunächst zufrieden. Dahlerus, der schwedische Vermittler, wird jedenfalls noch um 1:15 Uhr auf Görings Anweisung hin telefonisch aus der Reichskanzlei davon informiert, „daß die Antwort höchst zufriedenstellend wäre und daß nun große Hoffnung bestehe, daß die Kriegsgefahr vorbei sei.“ 8)

Am gleichen Tage gibt es noch einen weiteren Hoffnungsschimmer für die deutsche Seite. Mussolini läßt dem Auswärtigen Amt mitteilen, daß das deutsche Anrecht auf Danzig grundsätzlich anerkannt werden müsse, und daß er für alle übrigen Fragen, wie die der Abrüstung, die der Rohstoffversorgung für Deutschland und die der Kolonien, eine Vierer- oder Fünferkonferenz anregen werde.9)

Quellen:

  1. Birger Dahlerus, „Der letzte Versuch“, Seiten 82 f
  2. Paul Rassinier, „Die Jahrhundertprovokation“, Seite 285
  3. Birger Dahlerus, „Der letzte Versuch“, Seite 85
  4. British War Bluebook, Document 73
  5. Documents Brit. Foreign Policy, Third Series, Volume VII, Document 420 und Paul Rassinier, „Die Jahrhundertprovokation“, Seite 286
  6. Paul Rassinier, „Die Jahrhundertprovokation“, Seite 287
  7. Das folgende Gespräch ist aufgezeichnet in Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik, Serie D, Band VII, Dokument 384
  8. Internationaler Militärgerichtshof Nürnberg-Vernehmungen, Band IX, Seite 519
  9. Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik, Serie D, Band VII, Dokument 395

 

 

Dienstag, 29. August 1939 – Drei Tage vor dem Kriegsausbruch.

Ganz Europa liegt im Fieber und trotzdem sieht es in Berlin tagsüber zunächst nach Frieden aus.

Das Oberkommando der Sowjetischen Streitkräfte gibt die Verstärkung der Truppen an der Westgrenze bekannt.1) Die Mobilmachungsvorbereitungen in England, Polen, Deutschland, Frankreich, Bulgarien und den Niederlanden laufen weiter; in Polen und Deutschland allerdings bislang inoffiziell. Ungarn macht gegen Rumänien mobil und umgekehrt. Die Grenzen zwischen Italien und Frankreich und die zwischen Frankreich und Deutschland werden von beiden Seiten geschlossen. Italien versetzt seine Luftwaffe in Libyen, Äthiopien, Sardinien und Sizilien in Alarmbereitschaft. Das ägyptische Territorialheer wird mobilgemacht. Spanien läßt seine Pyrenäenfestungen unter Hochdruck in Abwehrbereitschaft versetzen. In der Türkei wird einberufen und die Dardanellenstellungen werden bemannt. In Belgien sind Reservisten für 12 Divisionen und in der Schweiz 100.000 Mann für die Grenztruppen eingezogen worden. Und Irland bestreitet Großbritannien das Recht, in England lebende Iren zum Kriegsdienst heranzuziehen.

Auch die USA – obwohl neutral – machen mit dem Herzen schon mobil. Am frühen Morgen 7:10 Uhr trifft der Abendbericht der deutschen Botschaft aus Washington in Berlin ein. Der dortige Geschäftsträger Thomsen schreibt:

„In Militärkreisen ist Stimmung gegenüber Deutschland wesentlich weniger durch Pressehetze beeinflußt, als in breiter Öffentlichkeit. In letzterer gilt Deutschland allgemein als Friedensstörer und Angreifer, der sich weigert, politische Probleme anders als mit Gewalt zu lösen. … Ich beurteile die Lage wie folgt:

    1. Roosevelt hält Neutralität für verwerflich. …
    2. Amerika will militärisch intervenieren,
      1. falls England und Frankreich in Gefahr einer Niederlage geraten,
      2. voraussichtlich auch falls sichere Aussicht auf englisch-französischen Endsieg besteht. …“ 2)

Gegen 11:00 Uhr morgens sehen sich Göring und Dahlerus wieder. Der Marschall drückt dem schwedischen Vermittler die Hand und sagt ganz aufgeregt: „Es bleibt Frieden! Der Frieden ist gesichert.“ 3)

Inzwischen ist man in der Reichskanzlei dabei, den Antwortbrief der englischen Regierung sorgfältig auszuwerten. Oberflächlich betrachtet stimmt der Schrifttext mit der von Dahlerus schon vorher überbrachten Antwort überein.

„England teilt den Wunsch nach gegenseitiger Verständigung. Die deutsch-polnischen Vereinbarungen müssen die wesentlichen Interessen Polens sicherstellen. Polens neue Grenzen sind von fünf Mächten zu garantieren. Die Minderheitenprobleme sollten erst nach einer Phase der Beruhigung verhandelt werden.“ 4)

Hitler ist mit alledem offensichtlich einverstanden. Doch der Brief enthält auch drei Passagen, bei denen nicht ersichtlich ist, ob Hitler, Göring und von Ribbentrop erfassen, was sie besagen und was ihre Konsequenzen sind. Da heißt es: „Seiner Majestät Regierung vertraut darauf, daß der Herr Reichskanzler nicht glauben wird, daß seiner Majestät Regierung, weil sie ihre Verpflichtung gegenüber Polen genau nimmt, aus diesem Grunde nicht bestrebt ist, ihren ganzen Einfluß für das Zustandekommen einer sowohl Deutschland wie Polen befriedigenden Lösung einzusetzen.“

Entkleidet aller Floskeln heißt der Satz:  „Wir hoffen, daß Sie nicht glauben, daß wir uns nicht für eine auch für Deutschland befriedigende Lösung einsetzen werden.“

Man kann den Satz auch noch wie folgt verkürzen: „Wir hoffen nicht, daß Sie glauben, daß wir nichts für Sie tun.“

Das ist – sorgfältig gelesen – keine Zusage, daß die britische Regierung sich für das Zustandekommen einer für Deutschland befriedigenden Lösung einsetzen werde. Und genau darum hatte Hitler Chamberlain zwei Tage vorher in seinem Brief gebeten. Der Satz – blendend ausgedrückt – erweckt den Anschein britischer Unterstützung für das deutsche Anliegen und sagt dennoch rein gar nichts aus. Tags zuvor hat die gleiche britische Regierung Botschafter Kennard in Warschau angewiesen, dem polnischen Außenminister Beck in der Sache kein Entgegenkommen anzuraten. Nur verhandelt sollte werden. So ist der oben zitierte Satz mit „Seiner Majestät Regierung …“ im Zusammenhang mit der Kennard-Weisung nichts als eine brillant formulierte Täuschung Hitlers; vielleicht eine Rache des Premiers Chamberlain für Hitlers Wortbruch in Bezug auf die Tschechei.

Die zweite zweifelhafte Passage in diesem Antwortbrief betrifft die Verhandlungsbereitschaft Polens. Da heißt es: „Seiner Majestät Regierung hat bereits eine definitive Zusicherung von der polnischen Regierung erhalten, daß diese bereit ist, auf dieser Grundlage in Besprechungen einzutreten.“

Der Satz muß Hitler glauben machen, daß sich die polnische Regierung tags zuvor auf Englands Drängen hin bereit erklärt hat, etwas in der Sache zu bewegen. Doch genau das hat die Kennard-Weisung versucht zu unterbinden. Der Kern der englischen Ratschläge an die Polen ist gewesen: „Sprechen ja, bewegen ist von unserer Seite nicht gefordert“, oder in einem Bild gesprochen: „Geht zum Ball, aber laßt das Tanzen“. Die britische Regierung suggeriert mit diesem Satz den nun offenen Verhandlungsweg, den sie in Wirklichkeit durch Botschafter Kennan hat verstellen lassen.

Ein dritter und genauso folgenschwerer Haken in der Antwort aus London ist die Reihenfolge der Voraussetzungen, die nun gelten sollen. Hitler hat einen Freundschaftspakt geboten, wenn England bei der Danzig-Sache hilft. Die britische Regierung antwortet: wenn Deutschland und Polen den Danzig-Streit auf dem Verhandlungsweg gelöst haben, ist England bereit, einen Freundschaftspakt zu schließen. Hitlers Voraussetzung für Deutschlands Einigung mit Polen ist der Freundschaftspakt mit England. Chamberlains Voraussetzung für den Freundschaftspakt mit England ist Deutschlands Einigung mit Polen. Die Briten zeigen Hitler also nach wie vor die verschlossene Tür in Warschau und sagen „Geh hindurch“. Hitlers Rechnung oder Hoffnung geht also auch in diesem Punkt nicht auf. Dennoch ist ihm sein Fernziel eines Ausgleichs und eines Freundschaftspakts mit Großbritannien nun wichtiger als das Nahziel Danzig. Er geht auf Chamberlains schwierige Konditionen ein.

Hitler antwortet mit einer Note, in der er als erstes die Bedingungen aus London akzeptiert.5) Dann wiederholt er noch einmal die Klage gegen die Drangsalierung der Volksdeutschen in Polen und erklärt, daß dieser Zustand nicht weitere Wochen oder auch nur Tage hingenommen werden kann. Hitler fordert in diesem Schreiben die Revision des Versailler Vertrages, soweit er Danzig und den Korridor betrifft und sichert den Fortbestand des Staates Polen unter der Fünf-Mächte-Garantie ansonsten zu. Soweit folgt Hitler den Vorgaben der britischen Regierung. Erst zum Schluß des Briefes baut er eine Hürde auf, über die nun die Briten und die Polen gehen müssen. Er beendet seinen Brief mit der Erwartung, daß die deutsch-polnischen Verhandlungen nun wirklich binnen 29 Stunden aufgenommen werden:

„Die Deutsche Reichsregierung ist unter diesen Umständen damit einverstanden, die vorgeschlagene Vermittlung der Königlich Britischen Regierung zur Entsendung einer mit allen Vollmachten versehenen polnischen Persönlichkeit nach Berlin anzunehmen. Sie rechnet mit dem Eintreffen dieser Persönlichkeit für Mittwoch, dem 30. August 1939.“ 6)

Das heißt: Verhandlungsbeginn spätestens am Tag danach um 24:00 Uhr, ohne ein weiteres englisch-polnisches Spiel auf Zeit. Hitler schwankt jetzt offensichtlich zwischen der Hoffnung auf die Vermittlungskünste der Londoner Regierung und der Erwartung, daß die Warschauer Regierung sich nicht bewegen wird.

Der deutsche Kanzler steht in vieler Hinsicht mit dem Rücken an der Wand. Er will so schnell wie möglich von den Briten Taten sehen oder herausfinden, ob er hingehalten wird. Er kann die Mobilmachung und den Aufmarsch der Wehrmacht nicht mehr lange in der Schwebe halten. Entweder müssen die Streitkräfte in absehbarer Zeit zurückgezogen werden oder spätestens am 2. September in Polen einmarschieren. Außerdem will Hitler sich von der polnischen und der französischen Presse nicht wieder „weiche Knie“ wie vor drei Wochen attestieren lassen. So muß er den Haltbefehl für die aufmarschierte Wehrmacht bald mit einem Verhandlungserfolg aufwiegen. Und in dieser Situation wohl ganz entscheidend: er kann die drangsalierte deutsche Minderheit in Polen nicht lange weiter ohne Hilfe lassen.

Um 19:00 Uhr übergibt Hitler seine Antwort an Botschafter Henderson, der sie sofort lesend überfliegt. Henderson ist zunächst erleichtert festzustellen, daß Hitler alle englischen Bedingungen akzeptiert. Die Erleichterung wechselt zur Bestürzung, als er den Schluß des Briefes liest. Henderson macht aus dem Entsetzen über die so kurz gesteckte Frist nicht den geringsten Hehl: 7)

Sie geben dem polnischen Unterhändler 24 Stunden Zeit, um nach Berlin zu kommen. Die Frist ist viel zu kurz. Warum eine solche Übereilung? Das klingt wie ein Ultimatum. “

„Aber keineswegs“, entgegnet Hitler. „Dieser Satz unterstreicht nur die Dringlichkeit des Augenblicks. Bedenken Sie, daß es jederzeit zu einem schweren Zwischenfall kommen kann, wenn sich zwei mobilisierte Armeen gegenüberliegen.“

Henderson beharrt auf seiner Ansicht:

„Die Frist ist unzureichend. “

„Nein“, so Hitler. „Es ist jetzt eine Woche, daß wir immer daßelbe wiederholen. Wir tauschen unablässig Noten und Antworten aus. Dieses unsinnige Spiel kann nicht ewig weitergehen. … Denken Sie an die Gewehre, die jeden Augenblick von allein losgehen können. Denken Sie daran, daß mein Volk Tag um Tag blutet.“

Die Unterredung zwischen beiden Männern ist erregt und zum Schluß unfreundlich heftig. Als Henderson sieht, daß er Hitler nicht zu einer Terminverschiebung bewegen kann, fragt er zum Schluß der Notenübergabe, ob ein polnischer Unterhändler, der nach Berlin käme, freundlich empfangen würde und ob die Verhandlungen auf der Grundlage völliger Gleichberechtigung geführt würden. Hitler sichert beides zu. Er stellt außerdem in Aussicht, ein neues Angebot für Polen vorzubereiten.

Nach dem Besuch bei Hitler bittet Henderson sofort den polnischen Kollegen Lipski zu sich in die englische Botschaft. Er informiert ihn über das Gespräch mit Hitler und den Inhalt des Briefs an Chamberlain. Der Brite bietet gegenüber seinem polnischen Kollegen alle Überredungskunst auf, zu der er fähig ist, und dringt händeringend auf die sofortige Entsendung eines bevollmächtigten Unterhändlers von Warschau nach Berlin. Dann ruft Henderson seinen französischen und seinen italienischen Botschafterkollegen in Berlin an, setzt sie schnell ins Bild und bittet beide, sie möchten unverzüglich die Regierungen in Paris und Rom anrufen und ihnen eine sofortige Intervention in Warschau anraten. Das polnische Außenministerium, so drängt Henderson, sollte schnellstmöglich einen zu Verhandlungen bevollmächtigten Unterhändler nach Berlin entsenden.

Dann erst, um 21:00 Uhr, wendet sich Henderson per Telegramm an Minister Halifax in London. Er kündigt Hitlers Brief an, den er vor Übersendung noch in Englisch übersetzen lassen will. Vorinformierend – weil die Zeit drängt – weist er darauf hin, daß Hitler morgen, am 30. August, einen bevollmächtigten Unterhändler Polens in Berlin erwartet. Er teilt auch schon mit, daß Hitler die Bedingungen des letzten Halifax-Vorschlages akzeptiert hat, und daß die Note aus Berlin zum Ausdruck bringt, daß die deutschen Vorschläge nie zum Ziele hatten, die vitalen Interessen Polens einzuschränken.8) Eine Stunde später schickt Henderson die übersetzte Hitler-Antwort hinterher. Im Begleittext zum Hitler-Brief bringt er es auf den Punkt:

„Hitler blufft nicht. Er ist bereit loszuschlagen. Die einzige Chance, die wir noch haben, um den Krieg zu verhindern, ist, daß Beck nach Berlin kommt.“ 9)

Henderson ringt offensichtlich ehrlich um den Frieden.

In Warschau beraten derweil Außenminister Beck, Verteidigungsminister Kasprzycki und der Oberbefehlshaber der Streitkräfte Marschall Rydz-Śmigły. Ihr Ergebnis: in der Danzig-Frage wird nicht nachgegeben, und Polen muß der deutschen Forderung militärisch widerstehen. Ein Entschluß zu verhandeln, wie von den Briten dringend angeraten, kommt nicht zustande. Am Nachmittag tritt der Ministerrat zusammen und beschließt, für morgen, den 30. August, die Allgemeine Mobilmachung offiziell bekanntzugeben.10) Beide Länder, sowohl Polen als auch Deutschland, haben das wegen der demonstrativen Wirkung dieses Schrittes bisher tunlichst unterlassen.

Der französische Botschafter und der englische, die unbedingt verhindern wollen, daß der Krieg im letzten Moment doch noch von Polen provoziert wird, protestieren sofort im polnischen Außenministerium gegen den Beschluß, öffentlich mobil zu machen. In Paris und London erwartet man jetzt Verhandlungen und nicht Eskalation aus Warschau. Wenn Warschau jetzt den Krieg auslöst und nicht Berlin, ist kein Bündnisfall gegeben, und Paris und London hätten völkerrechtlich keine Legitimation, mit Deutschland abzurechnen. Der Protest der zwei Botschafter kann nicht das verhindern, was verhindert werden sollte. Noch um etwa 18:00 Uhr versichert der polnische Außenminister dem britischen Botschafter Kennard, daß die Generalmobilmachung geheimgehalten werden kann.11) Doch schon eine Stunde später gibt er zu, daß das nun nicht mehr möglich ist. Außenminister Beck hängt dem Geständnis die schicksalsschwere Frage an:

„Würde Ihrer Majestät Regierung verantworten, die polnische Regierung anzuweisen, eine Maßnahme zu unterlassen, die für die Sicherheit Polens entscheidend ist und dadurch Polens Existenz gefährden?“ 12)

Nach dem Hitler-Henderson-Gespräch werden fast zeitgleich Marschall Göring in der Reichskanzlei und Sir Ogilvie-Forbes – zweiter Mann an Londons Botschaft – vom Inhalt und Verlauf des Zusammentreffens unterrichtet. Beide sind bestürzt und nehmen nur wenige Minuten nacheinander Verbindung zu Dahlerus auf. Beide sind voll Sorge, daß der Streit um die zu kurz gesteckte Frist und die dadurch entstandene Verstimmung die Bereitschaft der englischen Regierung zu weiterer Vermittlung beenden könnte. Ogilvie-Forbes ist Dahlerus Ansprechpartner in der britischen Botschaft in Berlin.

Göring ist sehr aufgebracht, gibt Henderson die Schuld an der Verstimmung – was wohl unberechtigt ist –, beklagt sich über die „Unverschämtheit“ der Polen gegenüber Deutschland und erwähnt, daß gerade heute wieder fünf deutsche Flüchtlinge auf dem Weg von Ost nach West bei dem Versuch, die Warthe zu durchschwimmen, vom polnischen Militär erschossen worden seien. Dies habe Hitler sehr erzürnt.13)

Marschall Göring bittet den Schweden, sofort nach London zu fliegen und der englischen Regierung einen genauen Bericht über die Ereignisse des Abends zu geben, Deutschlands weitere Entschlossenheit zu betonen, zu einer Verständigung zu kommen und mitzuteilen, daß

„Hitler beabsichtige, Polen im Laufe des morgigen Tages eine Note zu übermitteln, die so leichte Bedingungen enthalten würde, daß sie sicherlich von Polen akzeptiert und von der englischen Regierung befürwortet werden könnten.“ 14)

Göring und Dahlerus trennen sich um 2:00 Uhr in der Nacht. Der Schwede informiert, ehe er sich zu Bett begibt, noch Ogilvie-Forbes, damit der schnellstens nach London berichten kann.

 

Quellen

  1. Die nachstehenden Mobilmachungsmaßnahmen sind dem Archiv der Gegenwart, Band 1939-1940 entnommen, Seiten 4193-1195
  2. Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik, Serie D, Band VII, Dokument 378
  3. Birger Dahlerus, „Der letzte Versuch“, Seite 88 und Internationaler Militärgerichtshof Nürnberg-Verhandlungen, Band IX, Seite 519
  4. Auswärtiges Amt 1939, Nr. 2, Dokument 463 und Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik, Serie D, Band VII, Dokument 3 84 und Documents on British Foreign Policy, Third Series, Volume VII, Document 447
  5. Auswärtiges Amt 1939 Nr. 2, Dokument 464 und Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik, Serie D, Band VII, Dokument 421
  6. Auswärtiges Amt 1939 Nr. 2, Dokument 464 und Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik, Serie D, Band VII, Dokument 421
  7. Wiedergabe des folgenden Gesprächs nach Benoist-Méchin, Band 7, Seiten 473 f
  8. Documents on British Foreign Policy, Third Series, Volume VII, Document 490
  9. Documents on British Foreign Policy, Third Series, Volume VII, Document 493
  10. Jacques Benoist-Méchin, „Auf dem Weg zur Macht 1925-1939, Geschichte der deutschen Militärmacht 1918-1946“, Band 7, Seite 478
  11. Documents on British Foreign Policy, Third Series, Volume VII, Document 475
  12. Documents on British Foreign Policy, Third Series, Volume VII, Document 482
  13. Birger Dahlerus, „Der letzte Versuch“, Seite 95
  14. Ebenda Seite 99

 

 

Mittwoch 30. August 1939 – Zwei Tage vor dem Kriegsausbruch.

Morgens um 4:00 Uhr erhält Henderson aus London die Weisung, der deutschen Reichsregierung mitzuteilen, daß man dabei sei, die deutsche Note sorgfältig zu prüfen und daß man nicht damit rechne, binnen 24 Stunden einen bevollmächtigten Unterhändler aus Warschau nach Berlin zu bekommen. Die Warnung, daß an diesem „letzten“ Tag kein Pole kommen werde, gibt Henderson weder an Außenminister von Ribbentrop noch an Hitler weiter.

Den ganzen Morgen erarbeitet eine Gruppe von Diplomaten und Juristen nach Hitlers Weisungen und Görings Vorschlägen das neue Verhandlungsangebot an die polnische Regierung.

Um 5:00 Uhr startet Dahlerus von Berlin. Um 10:30 Uhr wird er in der Downing Street No. 10 empfangen.1)Premier Chamberlain hat nach Dahlerus‘ Eindruck offenbar die Grenzen seiner Geduld erreicht und den Glauben an den Nutzen weiterer Verhandlungen verloren.2) Dahlerus beginnt nun, „um die Ecke“ zu argumentieren. Er berichtet von den Gewalttätigkeiten der Polen gegen deutsche Flüchtlinge und anderen Grausamkeiten und ergänzt, es sei wichtig, wenn die Deutschen die Gewalttaten der Polen provozierten, die Polen zu überzeugen, daß sie sich nicht zu den Grausamkeiten verleiten ließen und diese unterließen. Dahlerus‘ Argumentation wird akzeptiert. So geht um 17:30 Uhr ein Telegramm aus London an Kennard in Warschau mit dem Auftrag, der polnischen Regierung folgendes zu empfehlen:

„Die Atmosphäre könnte sich verbessern, wenn die polnische Regierung folgende Weisung an alle militärischen und zivilen Behörden gibt:

    1. Nicht auf deutsche Flüchtlinge oder Minderheitenangehörige, die Unruhe stiften, zu schießen, sondern sie zu inhaftieren.
    2. Von Gewalttätigkeiten gegen Minderheitenangehörige abzusehen und sie zu verhindern.
    3. Deutsche Minderheitenangehörige, die Polen verlassen wollen, ziehen zu lassen.
    4. Aufhetzende Radiopropaganda einzustellen.

Bitte unterrichten Sie Außenminister Beck, daß die britische Regierung bestrebt ist, Hitler jeden Vorwand zu nehmen, zu übertriebenen Maßnahmen zu greifen.“ 3)

Das Telegramm ist angesichts der so oft von Kennard bestrittenen polnischen Übergriffe gegen Angehörige der deutschen Minderheit in Polen ein bemerkenswertes Dokument.

Nachdem dieser Punkt abgehandelt ist, interpretiert Dahlerus vor Chamberlain und Halifax noch einmal die Einzelheiten der Hitler-Antwortnote mit allen Erläuterungen, die ihm Göring mit auf den Weg gegeben hat. Er vergißt nicht zu erwähnen, daß der deutsche Kanzler angekündigt hat, ein „großzügiges Angebot“ für Polen vorzulegen. Hier entschlüpft Chamberlain eine Bemerkung, die nur schwer nachvollziehbar ist, auch wenn sein Mißtrauen gegen Hitler seit der Tschechei sehr wohl begründet ist. Der englische Premier sagt zu Dahlerus, er hege den Verdacht, daß die Hitler-Antwort mit den sechs Punkten und der neue Vorschlag für die Polen „eine Finte sei, um Zeit zu gewinnen.4) Bisher ist es ein Vorwurf von Chamberlain und Halifax gewesen, daß Hitler die Polen unter Zeitdruck setzt. Nun soll er selbst versuchen, Zeit zu schinden. Das paßt nicht zueinander. Man kann hier nur vermuten, daß Chamberlain seine eigentliche Befürchtung an diesem 30. August versehentlich entschlüpft, daß Hitler so lange warten könnte, bis Polen einen Krieg auslöst. Dann stünde England völkerrechtlich außen vor und hätte keine Legitimation, in einen Krieg mit Deutschland einzutreten. Daß ein Gedanke dieser Art bei Chamberlain nicht aus der Luft gegriffen wäre, zeigt der letzte Schritt der Polen. Sie haben gegen Englands Rat mobilgemacht.

Um 12:40 Uhr informiert Göring telefonisch aus der Reichskanzlei Dahlerus, der noch immer mit den Briten konferiert. Göring kündigt an, daß Hitler höchstwahrscheinlich ein Plebiszit für die Bevölkerung im Korridor vorschlägt, so daß die selbst entscheiden kann, ob ihr Gebiet nun polnisch oder deutsch sein soll. Des weiteren teilt Göring mit, daß ein Auswanderungsrecht für die Minderheiten vereinbart werden soll, die nach der Ziehung neuer Grenzen auch weiter außerhalb des eigenen Volks verbleibt.5) Göring und Dahlerus bemühen sich vergeblich, die Briten als „Vermittler“ anzustoßen, die Polen mit Hilfe dieser Vorschläge zum Verhandeln zu bewegen. Chamberlain entläßt Dahlerus ohne weitere Botschaft an Hitler, von Ribbentrop oder Göring, und der schwedische Vermittler fliegt nach Berlin zurück.

Dort ist mittags der neue Vorschlag für die polnische Regierung fertig. Hitler hat die früheren deutschen Wünsche aus der Zeit seiner demokratischen Vorgängerregierungen weit zurückgefahren. Ost-Oberschlesien und die Provinz Posen sind endgültig abgeschrieben. Auch in Bezug auf Westpreußen und den Korridor hat er die Forderungen, die er noch vor vier Tagen gegenüber Henderson geäußert hat, wieder reduziert. Hitler will offensichtlich die Briten mit einem sehr moderaten Vorschlag überzeugen, so daß die guten Gewissens die Polen drängen können. Dennoch, der neue Vorschlag verlangt mehr für Deutschland als der von Polen ausgeschlagene März-Vorschlag Hitlers. Die Auflistung der deutschen Wünsche und Angebote umfaßt 16 Punkte.6) Dazu gehören:

  • Danzig kehrt heim ins Reich.
  • Im nördlichen Korridor soll die Bevölkerung in einer Abstimmung selbst entscheiden, ob das Gebiet polnisch oder deutsch wird.
  • Die Hafenstadt Gdingen bleibt dabei auf jeden Fall polnisch.
  • Je nach Abstimmungsergebnis im Korridor erhält entweder Deutschland exterritoriale Verkehrswege nach Ostpreußen oder Polen exterritoriale Verkehrswege nach Gdingen.
  • Die in Danzig für Polen gewünschten Sonderrechte werden ausgehandelt und
  • Deutschland gleiche Rechte in Gdingen zugestanden.
  • Die Beschwerden der deutschen Minderheit in Polen und die der polnischen Minderheit in Deutschland werden einer internationalen Kommission unterbreitet und von dieser untersucht. Beide Nationen zahlen Entschädigungen an betroffene Geschädigte nach Maßgabe der Kommission.
  • Im Falle einer Vereinbarung nach diesen Vorschlägen demobilisieren Polen und Deutschland sofort ihre Streitkräfte.

Der Vertragsvorschlag ist so ausgelegt, daß er sowohl die unglückliche, in Versailles verfügte Abtrennung Ostpreußens vom Deutschen Reich beendet, als auch den freien Zugang Polens zur Ostsee sicherstellt. Außerdem wahrt er das Selbstbestimmungsrecht der betroffenen polnischen, kaschubischen und deutschen Bevölkerungsanteile in einer zeitgemäßen Weise. Aber so neuzeitlich und demokratisch die vorgeschlagene Regelung auch ist, für den Vielvölkerstaat Polen mit seinen nicht integrierten Minderheiten birgt er eine ungeheure Sprengkraft. Die ukrainische, die weißrussische und die tschechische Minderheit könnten dem deutschen Beispiel später folgen und das von ihnen ungeliebte Polen ebenfalls mit regionalen Volksabstimmungen verlassen wollen.

Der 30. August, der Mittwoch vor dem Kriegsausbruch, vergeht, ohne daß ein polnischer Unterhändler in Berlin erscheint, um den neuen Verhandlungsvorschlag Hitlers in Empfang zu nehmen. Im Auswärtigen Amt und bei den Soldaten der inzwischen voll aufmarschierten Wehrmacht steigen Spannung und Nervosität. Man ist sich selbst in Hitlers nächster Umgebung nicht klar darüber, ob der „Führer“ Krieg will oder Erfolg auf dem Verhandlungsweg. So hängt an diesem Tage alles an dem nächsten Schritt der Polen. Hitler gibt sich gegenüber Polen skeptisch. Für ihn steht jetzt nicht nur Danzig auf dem Spiel, sondern vor allem sein ersehnter Pakt mit England. Und er weiß, daß er in dieser Hinsicht in der Hand der Polen steckt. Göring sieht alles etwas optimistischer. Er glaubt an eine faire Vermittlungstätigkeit der Briten. Schließlich hat er Dahlerus die Botschaft mit nach London auf den Weg gegeben, daß der „Führer“ ein großzügiges Angebot an Polen vorbereitet.7)

Anstelle eines polnischen Unterhändlers trifft um 17:30 Uhr die Nachricht aus der deutschen Botschaft in Warschau ein, daß seit heute morgen in ganz Polen die Generalmobilmachung öffentlich bekanntgegeben wird.8) Als auch am Nachmittag noch niemand aus Warschau angekündigt wird, und Hitlers Hoffnung schwindet, bestellt er General von Brauchitsch, den Oberbefehlshaber des Heeres, und General Keitel, den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, in die Reichskanzlei und verschiebt den bisher auf den 31. August festgelegten Beginn des Angriffs gegen Polen noch einmal um 24 Stunden.9) Neuer X-Tag ist nun der 1. September, Angriffszeit ist 4:45 Uhr. Hitler räumt sich damit selber eine weitere Chance ein, ohne Blutvergießen zum Erfolg zu kommen. Für ihn ist ein Krieg, zwei Tage bevor er ihn eröffnet, offensichtlich noch immer nur der schlechtere von zwei Lösungswegen.

In Warschau ist die polnische Regierung derweil nach wie vor der Überzeugung, daß Hitler blufft und selber in der Klemme steckt.10) Man hält die letzte Drohung Hitlers, am 26. August in Polen einzumarschieren, nachträglich für ein mißglücktes Einschüchterungsmanöver, dem nun ein zweites folgen wird. Außenminister Beck glaubt, man müsse das nur mit guten Nerven aussitzen. Gerüchte über einen bevorstehenden Aufstand der Wehrmachtsgenerale und die Gewißheit der englischen und französischen Waffenhilfe unterstützen Beck in seinem Glauben. Er ist entschlossen, niemand nach Berlin zu schicken.

Auch aus Paris und Washington kommt an diesem Tage kein Impuls an Polen, das Risiko des Kriegsausbruchs zu mindern. Eher gespenstisch wirkt das, was sich zwischen Washington, Paris und Warschau abspielt. Man beschwört sich gegenseitig, hart zu bleiben. Frankreichs Chef des Außenamtes Leger legt Premierminister Daladier darauf fest, die Polen nicht zu zwingen, mit den Deutschen zu verhandeln.11) Er tut dies – was ja ungewöhnlich ist – im Beisein des amerikanischen Botschafters Bullitt, was einem Signal an Roosevelt gleichkommt. Ganz ähnliches spielt sich zur selben Zeit in Warschau ab. Dort läßt man den amerikanischen Botschafter Biddle wissen, was die Polen von Hitlers Vorschlag halten und wie es weitergehen soll. Um 19:30 Uhr meldet Biddle aus Warschau an Außenminister Hull in Washington, daß der polnische Außenminister Beck zu Hitlers Verhandlungsangebot „40 mal Nein“ gesagt hat.12) Noch immer gibt es keine Warnung der Amerikaner an die Polen, daß sie jetzt auch von Osten her bedroht sind. Am späten Abend wird Biddle noch einmal zu Beck bestellt, der ihm die Gründe auseinandersetzt, warum er keine Kompromisse eingeht. Beck sagt auch, daß er nicht gedenkt, einen Verhandlungsführer nach Berlin zu schicken. Beck hat sich mit dem Offenlegen seiner Absicht den Segen Washingtons geholt, da Biddle ihm nicht abrät.

Bei dieser Haltung Polens fällt der Blick unwillkürlich zurück auf England, den Vermittler in der Krise. Um 10:00 Uhr morgens, kurz vor Dahlerus‘ Ankunft bei Premierminister Chamberlain, geht dort ein Telegramm vom englischen Botschafter Kennard aus Warschau ein.13) Kennard berichtet, wie er die momentane Lage in Polen sieht, und er teilt mit, was er selbst von Hitlers so kurz anberaumter Frist und von Berlin als Tagungsort für die deutsch-polnischen Gespräche hält. Kennard ist sich sicher, daß Beck nicht nach Deutschland reisen wird, und daß Polen eher kämpfen und untergehen werde, als daß Beck jemanden nach Berlin entsendet. Kennard schreibt, daß die polnische Regierung, welche die deutschen März-Vorschläge ohne die Rückendeckung Englands abgelehnt hat, nun weitergehende deutsche Forderungen unmöglich annehmen könne, wo sie England und Frankreich als Verbündete an ihrer Seite hat. Was Kennard nicht erwähnt, ist, was er Außenminister Beck denn nun geraten hat. Sein Bericht wirkt so, als habe er Beck selbst empfohlen, niemand nach Berlin zu schicken.14)

Um 19:00 Uhr schickt Halifax das nächste Telegramm nach Warschau. Er weist Kennard an, Beck zu informieren, daß die deutsche Seite die englischen Vorschläge zu direkten deutsch-polnischen Verhandlungen und zur Fünf-Mächte- Garantie angenommen und versichert hat, Deutschland werde die vitalen Interessen Polens respektieren. Doch von den neuen 16 Punkten Hitlers, die er zum Teil schon von Dahlerus kennt, wird kein Sterbenswort erwähnt. Statt dessen, „daß es so aussieht, als würde die deutsche Regierung an neuen Vorschlägen arbeiten, und wenn die eintreffen, könne man weitersehen.“ 15)

Chamberlain versucht ganz offensichtlich, Hitlers Zeitreserve zu verbrauchen. Gegen Abend wird auch für die deutsche Seite sichtbar, daß Außenminister Halifax die ganze Frist, die Hitler für eine Friedens- und Verhandlungslösung offenläßt, hat verstreichen lassen, ohne daß er Polen drängt, sofort Gespräche mit den Deutschen aufzunehmen. Um 18:50 Uhr schickt er Henderson in Berlin die Weisung, der deutschen Reichsregierung „nahezulegen, den polnischen Botschafter einzuladen, die neuen deutschen Vorschläge entgegenzunehmen und nach Warschau weiterzuleiten“. Halifax unterläuft Hitlers Forderung nach einer sofortigen Aufnahme von Verhandlungen, indem er schreibt:

„Wir können der polnischen Regierung nicht raten, daß ein polnischer Unterhändler mit Vollmachten zur Entgegennahme der deutschen Vorschlage nach Berlin kommt.“ 16)

Das Unterlaufen ist perfekt, weil Halifax den Brief so spät auf die Reise schickt, daß Hitlers Termin für den Beginn der deutsch-polnischen Gespräche bei Ankunft schon verstrichen ist.

Um 23:00 Uhr rechnet Außenminister von Ribbentrop in Berlin nicht mehr mit dem Erscheinen eines polnischen Abgesandten. Die von Hitler als „Erwartung“ gesetzte Frist ist damit ergebnislos verstrichen. Kurz vor Mitternacht meldet sich dann – zu dieser Stunde völlig unerwartet – Botschafter Henderson, um die gerade erwähnte Antwort seiner Regierung auf Hitlers gestrigen Brief zu überreichen und zu erklären, man habe den Polen nicht zu Gesprächen hier und heute raten können.

So ist der 30. August zum Kräftemessen zwischen Chamberlain und Hitler geworden, statt zum Ringen um den Frieden. Hitler in Berlin hat den ganzen Tag gehofft, daß Chamberlain angesichts der Kriegsgefahr die Polen drängt, auf Deutschland zuzugehen. Nach dem Brief des englischen Premierministers vom 28. August hatte er ja auch davon ausgehen können, daß die Briten nun zwischen den Deutschen und den Polen vermitteln werden. Hitler glaubt, daß die Drohung mit der aufmarschierten Wehrmacht den Polen Beine macht. Er ist sich ziemlich sicher, daß sein sehr moderates Angebot an Polen auch Chamberlain in letzter Stunde auf die deutsche Seite zieht.

Chamberlain in London hat indessen den Polen nicht den geringsten Wink gegeben, in Bezug auf Danzig und den Korridor die eigene Position zu überdenken. Er versucht statt dessen – mit Noten hin und Noten her – im Interesse Polens Zeit zu gewinnen. Ihm geht es nicht um Danzig und um Minderheitenfragen. Ihm geht es darum, daß Hitler seit drei Jahren mit Drohungen dem Ausland gegenüber durchsetzt, was er für richtig hält. Chamberlain will Hitler „zähmen“. So verbaut er eine der letzten Chancen, die der Frieden hat, indem er die Vermittlerei so in die Länge zieht, bis Hitlers „Stichtag“ kommt. Chamberlain wartet, bis Hitler das Gesicht oder die Geduld verliert. Er läßt den 30. August mit Friedensbeteuerungen und diplomatischem Taktieren verstreichen, statt im Sinne eines Maklers zielstrebig zu vermitteln. Hitler und Chamberlain sind an diesem Tag auf der Schwelle zum Krieg beide die Gefangenen ihrer Erfahrungen der letzten Jahre. Hitler weiß, daß die Siegermächte dem Deutschen Reich seit 1920 so gut wie keine Zugeständnisse zur Verbesserung der Lage nach dem Krieg gemacht haben. Alles bisher Erreichte ist durch Eigenmächtigkeit oder durch die Androhung von Gewalt erstritten worden. Chamberlain weiß, daß das so gewesen ist, und daß er nun keine weiteren Zugeständnisse unter Drohung dulden darf.

Vielleicht denkt sich mancher Engländer an diesem Tag, was Churchill kurz vor Hitlers Amtsantritt am 24. November 1932 in einer Unterhausrede ausgesprochen hat:

„Wenn die englische Regierung wirklich wünscht, etwas zur Förderung des Friedens zu tun, dann sollte sie die Führung übernehmen und die Frage Danzigs und des Korridors ihrerseits wieder aufrollen, solange die Siegerstaaten noch überlegen sind. Wenn diese Fragen nicht gelöst werden, kann keine Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden bestehen.“ 17)

Quellen:

  1. Amtssitz des engl. Premierministers
  2. Birger Dahlerus, „Der letzte Versuch“, Seite 101
  3. British War Bluebook, Document 85
  4. Birger Dahlerus, „Der letzte Versuch“, Seite 102
  5. Documents on British Foreign Policy, Third Series, Volume VII, Document 519
  6. Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik, Serie D, Band VII, Dokument 458
  7. Birger Dahlerus, „Der letzte Versuch“, Seite 102
  8. Auswärtiges Amt 1939 Nr. 1, Dokument 13
  9. Below, Seite 191
  10. Paul Rassinier, „Die Jahrhundertprovokation“, , Seite 292
  11. Bavendamm, Roosevelts Weg zum Krieg, Seite 603
  12. Bavendamm, Roosevelts Weg zum Krieg, Seite 603
  13. British War Bluebook, Document 84
  14. Der englische Historiker Nicoll behauptet in seinem Buch „Englands Krieg gegen Deutschland“ Seite 187, daß „Botschafter Kennard den polnischen Staatsmännern ständig geraten hat, nicht zu verhandeln, sondern es auf einen Krieg mit Deutschland ankommen zu lassen.“ Nicoll führt allerdings keine Quelle für diese Behauptung an.
  15. 352 Documents Brit. Foreign Policy, Third Series, Volume VII, Document 539
  16. 353 British War Bluebook, Document 88
  17. Kern, Seite 82
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