GH Teil 2, 1/15 – Die alte Ordnung stirbt

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Inhalt Teil 1 Teil 2

 

 

 

Die alte Ordnung stirbt –
Folge: Dekadenz in Politik, Sozialverhalten, Musik, Presse, Moral und Stil

Mit Ausnahme Rußlands litt die Aristokratie viel weniger als die Bourgeoisie unter den wirtschaftlichen Konsequenzen von Kriegen und Revolutionen in Europa. Traditionell war viel ihres Reichtums Landbesitz, der während der Inflation nicht so an Wert verlor wie Sachvermögen. Die Desintegration der Monarchien (außer in England) traf die alte Gesellschaftsordnung insbesondere in den oberen Klassen sehr hart. Besonders betroffen waren jene, die nicht der Gesellschaft in ihren alten Rollen als Offiziere oder Diplomaten nicht mehr dienen konnten – es gab nicht mehr den selben Bedarf für ihre Dienste, wie es ihn vor dem Ersten Weltkrieg gegeben hatte.

Ein Teil der russischen Aristokratie akzeptierte einen proletarischen Rang oder sogar den Status eines Dieners, wie z. B. die russischen Taxifahrer, Nachtclubtürsteher und Oberkellner, die im Paris der Nachkriegsjahre angetroffen wurden. Die meisten jedoch sanken herab in ein Leben sozialer Erniedrigung. Wo es in den alten monarchistischen Hauptstädten und der Kaffeehausgesellschaft streng bewachte Grenzen der Elitegesellschaft gegeben hatte, klafften nun tiefe Lücken, in denen Grenzen verschwammen oder überhaupt ganz verschwanden.

„Die Gewalt der Veränderung hatte sich noch nicht so tief in das Gewebe der britischen Gesellschaft eingegraben, als daß sie die alte Eleganz ausgelöscht hätte… Während der sogenannten Londoner Saison war das Westend beinahe von Mitternacht bis zur Morgenröte ein ständiger Ball… Der Abend konnte immer durch einen Ausflug in einen oder mehrere der schwulen Nachtclubs gerettet werden, die damals in Mode kamen und fast respektabel wurden.“

Duke of Windsor „A King’s Story“ (1951)

Der Begriff „gay” bedeutete zu jener Zeit „glücklich“. (Er wurde erst Mitte der fünfziger Jahre als Euphemismus für Sodomie benutzt.) Der Duke erklärte auch nicht, daß „die Gewalt der Veränderung“ im Auftrag des Komitees der 300 durch Experten des Tavistock-Instituts herbeigeführt wurde.

Europa erlebte nach dem Ersten Weltkrieg und am Ende der bolschewistischen Revolution viele erzwungene gesellschaftliche Änderungen, ganz entsprechend dem Plan des Tavistock-Institutes. Als „dank“ des von Briten eingefädelten und angefachten Ersten Weltkrieges Europa in einen Abgrund stürzte – vielleicht ist es angemessener zu sagen, daß es wie ein Zombie torkelte, bis der Rest des durch das Abendland geprägten Zeitalters in ewiger Dunkelheit versank –, wurden diese Änderungen offensichtlich. Dies ist nicht ein Buch über den Ersten Weltkrieg per se. Nichts markiert das Versagen des 20. Jahrhunderts so sehr wie die größte Tragödie, die die Menschheit je durchmachen mußte. Tausende an Büchern sind darüber geschrieben worden, dennoch ist dieser Krieg noch nie adäquat beschrieben worden und wird es vielleicht auch nie werden. Über diesen Sachverhalt sind sich viele Autoren – einschließlich mir selbst – einig.

Der Krieg wurde von Großbritannien aus schierem Haß und Neid auf Deutschland begonnen, wegen seiner schnellen Entwicklung zu einer großen Wirtschaftsmacht, die zu Englands Konkurrenz anwuchs. Lord Edward Grey, der britische Außenminister, war der Haupt-Architekt des Krieges.

Krieg war als politisches Instrument grundsätzlich unter der britischen Bevölkerung unpopulär, und eine große Mehrheit billigte ihn nicht. Dies rief nach „speziellen Maßnahmen“, nach der Gründung einer neuen Abteilung, um mit dieser Herausforderung umzugehen. Hierin liegt der essentielle Grund für die Etablierung des Wellington House.

Aus einem kleinen Anfang heraus entwickelte es sich zu dem gigantischem Tavistock Institute of Human Relations, das bis ins Jahr 2005 das weltweit führende Gehirnwäsche-Institut und eine äußerst bösartige Macht werden sollte.

Die Folgen des Ersten Weltkrieges und der verfehlte Versuch, einen Völkerbund zu bilden, dienten nur dazu, die Lücke zwischen der alten westlichen Zivilisation und der neuen zu übertünchen. Zusätzlich zu dem düsteren, traurigen und angstvollen Gesellschaftsklima, das in den zwanziger Jahren begann, hing das wirtschaftliche Desaster Nachkriegsdeutschlands wie der Rauch eines Scheiterhaufens über der westlichen Zivilisation.

Historiker stimmen darin überein, daß alle Kombattanten wirtschaftliche Verwüstungen verschiedenen Ausmaßes erlitten, obwohl Rußland noch geschont wurde, nur um dann durch die Bolschewisten zerstört zu werden, während Deutschland und Österreich-Ungarn die härtesten Schläge erhielten. Eine seltsame Art erzwungener Heiterkeit senkte sich in den Zwanzigern über Europa (in das ich hier England mit einbeziehe) und über die Vereinigten Staaten. Das sozio-kulturelle Klima wurde beschönigend als „Rebellion der Jugend“ umschrieben und damit begründet, die Leute seien im allgemeinen „der Kriege und der Politik überdrüssig“. Tatsache ist aber: die Völker reagierten auf eine von den Meistern des Tavistock-Institutes zelebrierte, „über große Entfernungen wirkende, permanente, nach innen gerichtete Konditionierung“ (im Original: „long-range penetration and inner-directional conditioning“).

In der Zeit zwischen dem Ende des Ersten Weltkrieges und 1935 waren die Völker Europas und der USA genauso geschockt und neurotisiert wie ihre Truppen, die die Hölle der Schützengräben überlebt hatten, während Kugeln, Granaten und Bombensplitter um sie flogen. Nur waren es jetzt ökonomische Bomben und Granaten, und gewaltige Änderungen der sozialen Sitten, die ihre Sinne betäubten.

Aber das Endergebnis der „Behandlung“ war das gleiche. Die Menschen verzichteten auf Diskretion, warfen sie quasi in den Wind, und die moralische Fäulnis, die 1918 in Bewegung gesetzt wurde, geht weiter und gewinnt an Schwung. Im Zustand erzwungener Heiterkeit sah niemand das Kommen des weltweiten ökonomischen Zusammenbruchs und die anschließende weltweite Depression.

Die meisten Historikern bestätigen, daß dieser Zustand künstlich hergestellt wurde, und wir werden zu der Schlußfolgerung kommen, daß das Tavistock eine Rolle bei den fieberhaften Werbekampagnen verschiedener Gruppen dieser Zeit spielte.

Oswald Spengler hatte vorhergesagt, was geschehen würde, und seine Voraussagen erwiesen sich als erstaunlich zutreffend. Die „dekadente Gesellschaft“ und ihre Zügellosigkeit verkörperten sich durch „flatterhafte Weiber“ und durch Männer in Trenchcoats, bestückt mit Flachmännern, die nach einer Minderung der weiblichen Sittlichkeit gierten und diese auch bekamen; dies alles ging einher mit modischen Erscheinungen wie kurzen Röcken, dem unweiblichen Bubikopf, übermäßigem Gebrauch von Schminke und Frauen, die in der Öffentlichkeit rauchten und tranken. Als es schwieriger wurde, Geld zu verdienen, die Suppenküchen zahlreicher wurden und die Reihen der Arbeitslosen länger, wurden die Röcke noch kürzer. Und während die Werke von Sinclair Lewis, F. Scott Fitzgerald, James Joyce und D. H. Lawrence nach Luft schnappen ließen, enthüllten neueste Broadway Shows und Nachtclub-Vorstellungen mehr als jemals zuvor den verborgenen Charme der Frauen und stellten sie in der Öffentlichkeit bloß. Modedesigner bemerkten 1919 im „New York Magazine“: „Die Rocksäume sind dieses Jahr sechs Zoll vom Boden entfernt und sehr gewagt.“

Radikale und revolutionäre Exzesse manifestierten sich in Kunst, Musik und Mode. „Jazz“ war in der Luft, „Moderne Kunst“ wurde als „chic“ angesehen. Das verbindende Element in all dem war das Motto „Mach‘ Dir nichts draus“. Dies alles war beunruhigend und unwirklich. Es war eine Zeit, während der ganz Europa unter den Schockwirkungen des Krieges, unter einer Kriegsneurose litt. Wellington House und Tavistock hatten ihre Arbeit gut gemacht.

Unterhalb der hektischen Aktivität, die einen durch unkontrollierbare Ereignisse nach vorne trieb, lag eine geistige und emotionale Taubheit. Das Ausmaß des Schreckens des Krieges, in dem Millionen junger Männer sinnlos abgeschlachtet und verwundet wurden bzw. einen gräßlichen Gastod starben, begann gerade erst wahrgenommen zu werden; was man dagegen tat, lief nach der Devise „Lösche es aus der Erinnerung“ ab – durch ein im Grunde empörendes Verhalten, das die alten Konventionen mißachtete. Die Todesopfer hatten den Krieg in seiner gespenstischen und grausamen Ekelhaftigkeit sehr real werden lassen, und die Leute schreckten geschockt und angeekelt zurück. Die Europäer, mit ihrer überlegenen Kultur, die die westliche Zivilisation verkörperte, waren in einem größeren Ausmaß als die Amerikaner vom Krieg neurotisiert. Sie verloren ihr Vertrauen zu den Grundlagen ihrer Kultur und sie zweifelten am Fortschritt, den ihre Väter und ihre Großväter bewirkt und der ihre Nationen groß gemacht hatte. Dies war insbesondere in Deutschland, Rußland, Frankreich und England der Fall. Denkende Menschen konnten nicht verstehen, warum die zwei fortgeschrittensten und zivilisiertesten Nationen der Welt einander in Stücke gerissen und das Leben von Millionen ihrer besten jungen Männer geopfert hatten.

Es schien, als ob plötzlich ein schrecklicher Wahnsinn England und Deutschland ergriffen hätte. Die Menschen waren traumatisiert, daß so ein schrecklicher Krieg innerhalb einer so fortgeschrittenen Zivilisation hatte stattfinden können.

Für den Eingeweihten war es kein Wahnsinn, er erkannte in allem die Methoden des Wellington House, das die britische Jugend ergriffen hatte. Die Angst, daß dies wieder passieren könnte, verhinderte fast den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Aber sowohl die Anstifter als auch die Planer, die bösen Männer in hohen Positionen, waren dazu entschlossen, die zweite Runde Blutvergießen zu eröffnen. Offiziere, die vom Gemetzel, das der Erste Weltkrieg war, zurückkamen, beschrieben den Nachrichtenjournalen die Schrecken des Nahkampfgefechtes, das sich im „Großen Krieg“ oft zugetragen hatte. Sie waren bestürzt, erschüttert und verängstigt. Nur wenige konnten verstehen, warum es überhaupt einen Krieg gegeben hatte. Die dunklen Geheimnisse des Wellington Hauses und der „Olympier” blieben verborgen. Es gab keinen Funken Licht, der die Angst und die Vorahnungen, die im Jahre 1920 dick in der Luft hingen, aufhellte. Einst brachte die Zeremonie, wenn der englische Monarch in Whitehall, London, einen Kranz niederlegt, Trost. Nun aber brachte sie Bitterkeit, Wut und Abscheu hervor. Die Bühne für den Zweiten Weltkrieg wurde vorbereitet, auf der Tavistock eine unverhältnismäßig große Rolle spielen sollte.

Es gab wenige Denker, die etwas zu sagen hatten: Oswald Spengler, in der Geschichtsschreibung zum Beispiel, Hemingway und Evelyn Waugh, Upton Sinclair und Jack London, aber ihre Botschaften waren schwermütig, teils noch dunkler als Spenglers dunkle Voraussagen des unausweichbaren Niedergangs der westlichen Zivilisation. Diese Voraussagen wurden durch den Niedergang der persönlichen Beziehungen nach dem Krieg bestätigt. Scheidung und Fremdgehen in der Ehe kamen nun immer öfter vor. Das schöne Bild von weichen und femininen Frauen mit lieblichen Stimmen, den Blumen in Gottes Garten, dem Mysterium der Weiblichkeit – es wurde ein verschwindendes Ideal. Statt dessen kam die scharfe, laute, vulgäre Fremde mit ratternder, kratzender Stimme, die durch die modernen Medien Radio und später Fernsehen populär gemacht und nachgeäfft wurde. Niemand konnte wissen, daß dieser Niedergang das Endprodukt der durch Tavistock erfolgten Kriegserklärung an die westliche Weiblichkeit war.

Wie „die Zeiten“ vorsätzlich geändert werden

Mit Hitlers Machtübernahme ab 1933 – garantiert durch die unmöglichen Bedingungen, die Deutschland in Versailles aufgezwungen wurden – stiegen die Rocksäume ebenfalls in schwindelerregende Höhe, außer in Deutschland, wo die Nationalsozialisten von der deutschen Weiblichkeit Sittsamkeit verlangten und sie auch bekamen, zusammen mit einem gesunden Respekt – das freilich paßte Tavistock gar nicht ins Konzept.

Leute, die ihr Hirn nicht mehr benutzten, sagten, sie haßten die Art, wie sich „die Zeiten ändern“, aber was sie nicht wußten und auch nicht wissen konnten, war, daß die Zeiten entsprechend einer sorgfältig ausgearbeiteten Tavistock-Formel geändert werden. Überall in Europa und Amerika kam es zu Revolten, als sich das „Emanzipations“-Fieber ausbreitete.

In den Vereinigten Staaten waren es die stummen Bildschirmgötzen, die den Weg zeigten, aber das war nichts gegenüber dem, was sich in Europa zutrug, wo jedem einzelnen „Vergnügen“ offen gefrönt wurde, einschließlich der Homosexualität, die lange in Dunkelheit verborgen gewesen war und in der höfischen Gesellschaft nie erwähnt worden war. Schwule und Lesben traten ins Rampenlicht, riefen Ekel hervor und brüskierten jene, die immer noch in der alten Ordnung lebten. Eine Studie dieser Verirrungen bezeugte, daß Homosexualität nicht aus einem inneren oder latenten Wunsch überhand nahm, sondern als ein Mittel, die alte Ordnung mit ihrem unbeugsamen Regelwerk zu untergraben. Die Musik litt ebenfalls und „ging vor die Hunde“ – in allen Abarten von Jazz bis hin zu noch dekadenteren Formen.

Tavistock befand sich nun in einem entscheidenden Stadium, um seinen Plan weiter zu entwickeln. Die Weiblichkeit sollte auf einen niedrigeren Moralstandard gedrückt werden. Vorher undenkbares weibliches Verhalten sollte als vorbildhaft dargestellt werden. Ganze Nationen waren in einem Zustand allgemeiner Betäubung, neurotisiert durch die radikalen Änderungen, die ihnen aufgezwungen wurde und die scheinbar nicht gestoppt werden konnten. Die komplette Abwesenheit weiblicher Sittsamkeit zeigte sich in einem antrainierten Verhalten, welches die zwanziger und dreißiger Jahre zu einer großen Frauen-Sonntagsumerziehungsschule werden ließ. Es gab kein Halten bei dieser „sexuellen Revolution“, die während dieser Jahre über die Welt fegte und auch kein Einhalten bei der vorsätzlichen Entwürdigung der Weiblichkeit, die damit einherging. Manch warnende Stimmen wurden gehört, insbesondere G. K. Chesterton und Oswald Spengler, aber das war nicht genug, um die Angriffe zu entschärfen, die seitens des Tavistock-Institutes lanciert wurden; es hatte der westlichen Zivilisation tatsächlich den Krieg erklärt.

Die Auswirkungen dieser „langfristigen, über weite Entfernungen wirkenden Durchdringung und nach innen gerichteten Konditionierung“ (im Original: „long range penetration and inner directional conditioning“) konnten überall beobachtet werden. Der moralische, geistige, rassische, wirtschaftliche, kulturelle und intellektuelle Bankrott ist kein soziales Phänomen oder das Ergebnis von etwas Abstraktem oder Soziologischem, das einfach so entwicklungsbedingt „geschah“. All dies ist das Ergebnis eines sorgfältig geplanten Tavistock-Programms.

Was wir erleben, läuft weder zufällig ab, noch ist es eine Verirrung der Geschichte. Man erkennt darin eher das Endprodukt einer absichtlich hervorgerufenen sozialen und moralischen Krise, die überall in „Reality“- Fernsehshows und „Musik“-Darbietungen als ein Amalgam eines ungezügelten Ur-Instinktes durchbricht. Pornographische Filme in Mainstream Kinos; Werbung, in der Bescheidenheit und Anstand vollends abwesend sind; lautes rüdes Verhalten auf öffentlichen Plätzen, insbesondere in Restaurants; und ein Heer weiblicher Nichts, die „erschaffen“ wurden, um hochbezahlte Moderatorinnen oder Talk Show-Gastgeber zu sein, die alle trainiert wurden, mit harter, kratzender, monotoner männlicher Stimme zu sprechen, die völlig jeglichen Wohlklang vermissen läßt, als ob sie durch zusammengepreßte Wangen sprechen würden, in einer Art, die herb, herrschend und hart in den Ohren klingt.

Wir werden sehen, was es von seinen frühen Tagen in England an erreichte, seit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg über seine Entwicklung bis hin zum Zweiten Weltkrieg und danach bis in die heutige Zeit. Während des Zweiten Weltkrieges war das Hauptquartier des Tavistock-Institutes bei der British Army Physiological Warfare Division (dt., Physiologische Kriegsabteilung der Britischen Armee) angesiedelt. Wir haben seine Gründerjahre als Wellington House bereits beschrieben und schreiten nun in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg fort, um schließlich seine Aktivitäten in der Nachkriegszeit zu untersuchen.

Die Rolle der Musik im Niedergang Europas

war nicht schwer zu erkennen. Aristoteles sagte in seinen Schriften, daß Musik einen Einfluß auf Politik ausüben würde:

„… Gefühle aller Art werden durch Melodien und Rhythmen produziert; deshalb wird ein Mann durch Musik an die richtigen Emotionen gewöhnt; Musik hat die Macht, den Charakter zu formen; und die verschiedenen Arten von Musik, basierend auf den verschiedenen Tonarten, sollten unterschieden werden durch die Wirkungen, die sie auf den Charakter haben; beispielsweise arbeitet eine Tonart in Richtung der Melancholie, eine andere in Richtung Verweichlichung; eine andere unterstützt Verwahrlosung, eine andere Selbstkontrolle, eine weitere Enthusiasmus und so weiter.“

Aristoteles

Die hauptsächlich für die Gehirnwäsche der Massen zuständige Institution, das Tavistock Institute of Human Relations, ließ seine Sozialwissenschaftler an den Theorien Platons arbeiten. Das Studium der Musik des Dionysiuskultes hatte zum Ziel, seine Ergebnisse auf die moderne Neue Musik anzuwenden.

Schon lange bevor Theodor Adorno-Wiesengrund (1903 – 1969) in England ankam, war er bereits beim Tavistock-Institut bekannt gewesen. Es wurde ihm eine Stelle in Schottland, an der Gordstoun School, angeboten, wo es ihm frei stand, seine Forschungen fortzusetzen. Als Adorno in England landete, wurde er sofort unter die Fittiche des Tavistock-Institutes genommen. Adorno mußte Deutschland verlassen, nachdem die deutschen Behörden auf seine Tätigkeit aufmerksam geworden waren. Er hatte mit dem Bewußtsein von Kindern mittels musikalischem Ausdruck gespielt, genau nach Anweisung von Plato. Bekannt als „Karl Marx der Musik“, hatte er seine theoretische Methode, Musik zu komponieren, von Alban Berg, dem „musikalisch Radikalen“, übernommen, der die Tonalität zeitgenössischer, traditioneller Musikklänge in Frage stellte. Adorno sagte, er befände sich auf einer „höheren Bewußtseinsebene“, und jede Musik, die er komponiere, sei schockierend und schwierig zu verstehen (zumindest für die Menschen, die nicht auf seiner angeblich „höheren Bewußtseinsebene“ sind; A.d.Ü.). Adorno nannte seinen Sound „Corrosive Unacceptability“, das heißt sein Klangbild hatte eine „Korrosive Unakzeptierbarkeit“. Er adoptierte das von den Musikern des Dionysiuskults benutzte 12-(a)tonale System und schuf damit eine „Neue Form“ und einen „Neuen Sound“. Er betonte oft, daß nur durch die „korrosive Unakzeptierbarkeit zu den kommerziell-definierten Sensiblitäten der Mittelklasse die neue Kunst darauf hoffen könnte, die dominanten kulturellen Annahmen in Frage zu stellen“.

Mit seinen eigenen Worten sagte Adorno, daß seine Musik stalinistisch oder faschistisch sei, und daß er „große Konzepte benutzte, um zu sehen, ob sie richtig klangen und den Daten entsprechen“ – s. o. Daher wurde er von Tavistock engagiert, Musik, basierend auf dem atonalen 12-Ton Musiksystem, zu schreiben, die „richtig klang“, und „die zu den Daten paßte“. Er schrieb die entsprechenden Liedtexte dazu, so daß dadurch 18 Alben für die „Beatles“ entstanden.

Dem ganzen „Beatles“-Musikkonzept lag der lang anhaltende Glaube Adornos zu Grunde, daß Kapitalismus bösartig war, weil er „die Leute mit den Produkten einer Kulturindustrie füttert, um sie passiv, zufrieden und politisch apathisch zu halten“. Seine atonale 12-Ton-„Beatles“-Musik würde Verzerrungen im größten kapitalistischen Staat der Welt bewirken, den Vereinigten Staaten von Amerika.

Adorno spiegelte die Worte und Werke von Karl Marx in seiner Musik wieder. Während Marx sich auf den wirtschaftlichen Aspekt konzentrierte, legte Adorno seinen Schwerpunkt auf die Rolle, die die Kultur in der Aufrechterhaltung des politisch status quo spielt. Die Musik des atonalen 12- Ton-Systems würde sogar mächtiger sein als der wirtschaftliche Angriff von Marx auf den westlichen Kapitalismus. Adorno war selbstverständlich ein ernsthafter Student, ein guter Autor und Aufführender klassischer Musik. Er war vielleicht der wichtigste Philosoph des „New Ground“, ein intellektueller Gigant des Modernismus in der Musik. Während er an der Universität in Frankfurt/Main wirkte, befreundete er sich mit Alban Berg und absolvierte ab 1925 in Wien, der Wirkungsstätte Bergs, ein Aufbaustudium im Fach Komposition. Hier lernte Adorno die „Dialektik“ von Georg Hegel kennen und wendete sie auf seine Kompositionen an. Adorno wurde nach seiner Rückkehr nach Deutschland nach dem Krieg Professor der Philosophie und der Soziologie an der Universität Frankfurt/Main.

Um die „Beatles“-Musik zu verstehen, muß man verstehen, wieso Adorno derartige „neue Musik“ favorisierte. Sie entstand aus seinem Glauben, daß die „kleinbürgerliche Öffentlichkeit keine Musik möchte, die Ansprüche an ihre Sinne stellt“. Er erzählte den New Science-Sozialwissenschaftlern am Tavistock-Institut, daß das, was sie brauchen, eine „neue Musik ist, die wie ein Fußball herumgekickt wird“, in der die Massenzuhörerschaften sich selbst in die neue musikalische Erfahrung einbringen könnten. Dies sei eine fundamentale Revolution, die Millionen von Menschen beeinflußen sollte, die nur eine oberflächliche Kenntnis der Musik haben. Deshalb wurde ein ganzes Sammelsurium „unbequemer Musik“ geboren, die aus dem atonalen 12-Ton-System stammte, welche auch für die „Beatles“ komponiert wurde. Musikalisch unerfahrenen jugendlichen Zuhörern würde sie gefallen, während die von einem anderen Harmonieverständnis geprägte ältere Generation ihr ablehnend gegenüberstehen würde.

Nur wenig Menschen (einschließlich Musiker) sind dazu fähig, den Einsatz mißtönender Musik (sog. Rockmusik) mit den Zielen des Komitees zu verbinden. Deshalb lehnen sie die gesamte Information einfach ungeprüft ab. Es gibt keinen Zweifel, daß Musik eine entscheidende Rolle in positiver oder eben auch in negativer Hinsicht haben kann, für Glücklichsein oder Traurigkeit, für Selbstdisziplin oder Verlust der Selbstkontrolle. Kurz gesagt, Musik kann die Handlungen von Menschen beeinflussen, und darüber wurde schon vor und nach Christus, während des Mittelalters und der Renaissance, bis ins 20. Jahrhundert hinein vieles geschrieben. Das Konzept, daß Musik „das grausame Monster besänftigen“ kann und den Charakter stark beeinflußt, ist eine gut etablierte Erkenntnis in der Geschichte der Menschheit und der Musik.

Die tiefgründigen Denker des Altertums sagten, daß die machtvollen Wirkungen der Musik den Charakter und das Verhalten des Menschen stark beeinflussen. Das ist nichts Abstraktes. Von Adorno und den Wissenschaftlern am Tavistock-Institut wurde festgestellt, daß der psychologische und gesellschaftliche Einfluß (der Musik), den Aristoteles und Platon so gut aufgezeigt hatten, den Leuten aufgezwungen werden könnte, indem man sie verschiedenen Klängen und Formen aussetzt, um ihre Art, zu denken und zu handeln, zu beeinflussen, ohne daß die Leute sich dessen bewußt sind, daß dieser Einfluß auf sie ausgeübt wird.

Im Tavistock-Institut sah man in dieser Erkenntnis mehr als nur eine Theorie. Es wurde ebenfalls erkannt, daß alles im Leben einen Vibrationszyklus bzw. Frequenzzyklus hat, und daß eine starke Vibrations-Matrix über die Lebensbedingungen eines einzelnen Individuums oder auch großer Menschengruppen gelegt werden kann. Aus diesem Konzept heraus entwickelte Adorno „Rock and Roll“, „Heavy Metal“ und atonale 12-Ton- Klänge, „schwere sich wiederholende Drumbeats“ in der Art des Molochkultes und afrikanischer Voodoo-Musik, mit ihren komplexen Rhythmen, die das Bewußtsein betäuben sollen und können.

Die Geschichte des alten Ägyptens, Chinas und Indiens zeigte, daß die Kulturstandards dieser Länder entsprechend dem Niedergang ihres Musikstandards absanken. Das antike Griechenland und Rom erfreuten sich eines exzellenter Kulturniveaus, solange ihre Musik nicht verschmutzt und nicht verseucht wurde. Das Absinken der kulturellen Höhe des antiken Griechenlands kann zurückverfolgt werden bis zu seinen Anfängen, ungefähr 444-429 vor Chr., also bis ins perikleische Zeitalter. Es kann gezeigt werden, daß die Vergiftung griechischer Musik zur Vergiftung anderer Kunstformen führte und – mit ihnen – zu einem Niedergang der gesamten griechischen Zivilisation und Kultur.

Adorno wußte das und zog seinen Nutzen daraus; er kombinierte die atonale 12-Ton-Musikform mit niedrigen, vulgären Improvisationen, ratternden Tönen und mit exzessiven Modulationen. Der Effekt des Ganzen, mit Liedtexten kombiniert, war ein Sänger, der mit seiner Stimme unterhalb und oberhalb der Note und sonstwo herumirrte, der die Noten nie genau traf und dies mit einem konstantem Vibrato kombinierte, welches wiederum überdeckt wurde von einem heftigen, sich ständig wiederholendem Schlagzeugbeat. Es klang, häßlich und es wirkte destruktiv. Es war die Aufgabe der Sozialwissenschaftler des Tavistock-Institutes, den Sound akzeptabel zu machen, so daß er von Millionen von Teenagern gemocht wurde.

Dieser „Neue Sound“ war in der Tat nicht angenehm aber eingängig, im Sinne einer eingängigen Melodie, wenn er mit Rhythmen des barbarischen Molochkultes und afrikanischen Voodoo-Kultes kombiniert wurde. Wie im Fall der griechischen klassischen Musik hatte die neue vulgäre Musik sich bereits unter den Athenern ausgebreitet, und die verfeinerte, harmonisch durchgeformte und wohl disziplinierte Musik, die die griechische Zivilisation charakterisierte, ersetzt. Ein neuer Sound bewirkte Unordnung, wo vorher Ordnung geherrscht hatte. Die Musikrevolution ab 404 v. Chr. brachte gewalttätige Ausbrüche hervor und mündete in gewalttätigen Revolutionen. Die provokante Musik an sich transportierte die „Einladung“, Werte zu zerbrechen.

Die Welt der Musik wurde Anfang der 20er Jahre drastisch und unwiederbringlich geändert, eine wichtige Absichtserklärung des Tavistock Institut. Sie hatte nun eine enge Nähe zur Musik des Dionysus- und des Molochkultes, das Ganze vermischt mit Schlagzeug. In dieser musikalischen Adaption wurde das Schlagzeug ausgiebig genutzt; komplizierte Rhythmusfiguren werden von disharmonischem „Singen“ begleitet. Die Musik des Dionysuskultes basiert auf Trommelmustern, die afrikanischen Voodootrommeln ähnlich sind und wahrscheinlich den repetitiven Beat des Molochkults kopieren.

Voodoo-Drumming ist nicht einfach, sondern besteht aus komplizierten Mustern, die den Geist beeinflussen. Die „neue“ Musik bildete sich schließlich zu Klängen zurück, die den Geist betäuben. Ungewohnt für das untrainierte Ohr, sind Voodoo-Rhythmen mit subtilen Änderungen die Basis für die Herbeirufung okkulter Geister. Dieses „Beschwören okkulter Mächte“ durch ständige Wiederholungen führte zu den bekannten Massenhysterien, die durch die Rockmusik seit den sechziger, siebziger, achtziger, neunziger Jahren bis in das neue Jahrtausend erzeugt wurden und werden. Rockmusik ist brutale Musik. Sie brutalisiert den Geist und desensibilisiert die Empfindsamen. Ihre fortlaufend gebrochene Harmonik, gespielt über einen sich wiederholenden Beat, mit sich steigerndem Tempo, hat – empirisch-meßbar bewiesen – einen hysterischen Effekt auf den Geist und die Körperorgane.

Und genau an diesem Punkt wird Rock’n‘Roll und moderne Musik potentiell gefährlich. Um als Mensch einen Sinn für Wohlbefinden und Integration aufrecht zu erhalten, ist es essentiell, daß man nicht zu vielen Rhythmen ausgesetzt wird, die nicht im Einklang mit den eigenen, natürlichen Körperrhythmen stehen. Der große russische Wissenschaftler Professor Gurvich, vielleicht der Vater“ der Wissenschaft von den Vibrationen, war der erste, der diese Wahrheit entdeckte.

Der aus Riga stammende Elektrophysiologe Tobiy R. Gurvich führte Tausende von Laborexperimenten mit Wellenformen extrem-tiefer Frequenz (ELF, extremely-low frequency) durch und bewies, daß jedes Lebewesen einen Vibrationszyklus hat. Sein Schüler Vlail Krasneyechev demonstrierte, daß der Mensch eine rhythmische Einheit ist. Alles im menschlichen Körper funktioniert nach einem vorbestimmten, gesetzten, rhythmischen Muster, einer Taktfrequenz. Professor Gurvich zeigte nun, daß es möglich ist, Leute krank zu machen, indem man Änderungen im Körperrhythmus durch die Anwendung extrem tiefer elektromagnetischer Wellen auf ihre Umgebung und ihre Körper hervorruft.

Natürlich hatte Adorno keinen Zugang zu solch entwickelter Technologie, aber er experimentierte mit repetitiver Musik, basierend auf einem gebrochenen Rhythmus, so wie er in der Jazzmusik vorherrschend ist. Manches von Adornos experimentaler Musik fiel in die Hände der deutschen Polizei. Adorno wurde ausgewiesen, nachdem klar wurde, was die Zielsetzung seiner Experimente war. Einige interessante Details wurden in einem Bericht im „New York American“ vom 22. Juni 1922 enthüllt:

„Laut der Illinois Vigilance Association kommt auf Hunderte junger amerikanischer Mädchen eine moralische Zerstörung zu, und zwar durch die pathologische, die Nerven irritierende, Sex anregende Musik von Jazzorchestern. Repetitiver, schwerer Sound, begleitet von unaufhörlichen Drumbeats, würde, falls das Subjekt ihm zu lange ausgesetzt wäre, einige, wenn nicht alle, der folgenden zerstörerischen Verhaltensweisen hervorbringen: Rebellion, selbstfixierte Meinungen, Freude, Lethargie, Verzweiflung, Steigerung der sexuellen Aktivität und Überreizung.“

„New York American“ 22. 06.1922

 

Quellen:
John Coleman, „Die Hierarchie der Verschwörer: Das Komitee der 300“
John Coleman, „Das Tavistock-Institut – Auftrag: Manipulation“

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